Im letzten Frühjahr musste eine gerade eingestellte Mitarbeiterin von Cisco lernen, dass Soziale Netzwerke größere Auswirkungen haben kann als das gute alte Gerede am abendlichen Stammtisch beim Treffen mit Freunden. Aber auch für Cisco gilt, dass die Wirkung im Netz nicht immer so läuft, wie man vermutet.

Mitten in der Wirtschaftskrise hatte die Nutzerin @theconner ein neuen Job bei Cisco gefunden. Ihre Freunden auf Twitter erzählte Sie dies sofort:

Cisco just offered me a job! Now I have to weigh the utility of a fatty paycheck against the daily commute to San Jose and hating the work.

Der Nutzer hatte nur einen kleinen Freundeskreis auf Twitter, so ungefähr 40. Aber auch diese haben bekanntlich wieder Freunde und es besteht die Gefahr das die Meldung sich weiterverbreitet („Retweet“). Viel entscheidender ist darüber hinaus: Firmen- und Produktnamen werden von Mitarbeitern und von den Abteilungen der Unternehmen gesucht und gefunden. Sei es im Bereich der Marktuntersuchung oder der Marketingstrategie. Es ist daher nicht erstaunlich, dass  auch ein Mitarbeiter von Cisco mit Namen Tim Levad auf den Beitrag sties und dann auch anmerkte:

Who is the hiring manager. I’m sure they would love to know that you will hate the work. We here at Cisco are versed in the web.

Das die Nutzerin sofort Ihren Twitterzugang auf „private“ schaltete, so das der Tweet nichts mehr öffentlich war, reichte nicht aus. Über Twittersuche und auch in Monitoringdatenbanken wie Radian6 sind solche Meldungen weiterhin auffindbar. Es dauerte nicht lange, bis Cisco den richtigen Namen identifiziert hatte und am Ende stand dann Ihre Kündigung.

Allerdings endet die Geschichte nicht damit, den sie verbreitete sich weiter über das Internet. Viele Blogs und Zeitungen berichteten darüber. Es gab teilweise absolut unangemessene Kommentierungen. Unter den Nickname „CiscoFatty“ entstanden Webseiten, viele Videos und Geschichten und so hat sich die Geschichte verselbstständigt. Selbst klassische Medien wie MSNBC berichteten darüber. Dabei steht nicht nur das Verhalten der Mitarbeiterin auf den Prüfstand, sondern auch die Fragestellung ob und wie weit Unternehmen ihre Mitarbeiter überwachen und auf Grund Ihrer Äusserungen Konsequenzen drohen.

Heute unterhält Cisco wie viele Unternehmen auch eine Social Media Policy, die einen Rahmen für Social Media Aktivitäten für Unternehmen und Mitarbeiter darstellen. Damit ist besser geregelt, was in der Aussendarstellung geregelt ist. Dies schützt Mitarbeiter bei Ihren Äußerungen genauso wie Unternehmen im Hinblick auf die Risiken des Realtime-Web.

Dieser Beitrag entstand aus der Teilnahme an einer SVAMA Veranstaltung. Dort gab es eine Reihe von Geschichten und Diskussionen rund um den Einfluss von Social Media auf Marken, Produkte und Strategien. Dieser Artikel ist ein Teil einer mehrteiligen Serie. Die anderen Teile sind hier abrufbar: 1 2 3 4 Fazit

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Ein Kommentar zu “Social Media als fünfte Macht – Teil 2”

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[…] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Online Affairs erwähnt. Online Affairs sagte: #SocialMedia als fünfte Macht – Teil 2 http://ow.ly/1v46U […]

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