Social Media Week San Francisco

www.socialmediaweek.org

Im Moment läuft die Social Media Week. Die Social Media Week ist eine dezentrale Veranstaltung, die gleichzeitig in Berlin, New York, San Francisco, London, Sao Paulo und Toronto stattfindet. Viele Veranstaltungen werden auch als Streams übertragen. Es kann also jeder in jeder Stadt über das Internet ein wenig zusehen. Die URL der Webseite der Social Media Week ist: http://socialmediaweek.org/

In San Francisco fand am ersten Tag das Social Media Camp statt. Eine Veranstaltung unter dem Motto context, connections, collaboration, communications.

Die Veranstaltung wurde aufgeteilt in 3 Räume. Im großen Raum fanden die Panel Diskussionen statt mit Leuten von Google, PayPal, ReadWriteWeb, SAP usw. die Thmen waren

  • Mesuring what Matters: Social Media AND Metrics
  • Rethinking Communications: Social Media AND Marketing
  • Customer Service and Marketing
  • Rethinking Collaboration
  • Facing the Reality of Real Time

Wer an Berichten über diese Veranstaltungen interessiert ist findet die in den großen Blogs wie ReadWriteWeb usw.

Am Anfang gab es die Frage, wer denn daneben noch Workshops anbieten möchte. Es haben sich eine Menge Leute aus den verschiedenen Fachgebieten gemeldet wie „Social Media an der Uni“, „Social Media und Recht“, „Wie wird man eine Social Media Firma“, „Die großen 4 Facebook, Twitter, Youtube und das Blog“ usw. usw.

Es wurde abgestimmt wer an welchem Workshop Interesse hat und die Workshops, mit dem meisten Interessenten wurden parallel zur Hauptveranstaltung durchgeführt. Da war es zum Teil schwer zu entscheiden, in welche Veranstaltung ich gehen möchte. Realtime-Web führt anscheinend auch zu Realtime-Decisions.

Ein Motto, dass an die Wand geklebt war war, dass man jederzeit jeden der Räume verlassen und wechseln kann. Man muss den Vortragenden nicht aus Höflichkeit bis zum Ende zuhören. Das hat mir sehr gehlofen, wenn ich mich in Workshops vorfand, die eher für diejenigen gedacht waren, die gerade erst mit dem Thema Social Media anfangen. Also die Grundlagen von Social Media. Oder wenn der Vortragende sich als nicht so mitreissend erwies. Er waren in den Workshops alles Freiwillige, die ihr Wissen weitergeben und natürlich auch für Ihre Firma werben wollten. Einige gut vorbereitet, andere recht spontan. Aber in jedem Falle eine tolle Sache, dass sich mehr als genug Leute gefunden hatten, die einen Workshop angeboten haben.

Mir hat sehr gefallen, dass ich im Rahmen der Kleingruppen in denWorkshops sehr viele Fragen stellen konnte, in den großen Panel Diskussionsn kann man immer nur eine Frage stellen es sei denn man pinnt den Vortragenden hinterher irgendwo fest und quetscht ihn aus. Was ich gelegentlich intensiv zum Leidwesen des Betroffenen nutzte.

Beigeistert hat mich ein Workshop zum Thema Communities. Dort wurden Communities vorgestellt, die laufen, die funktionieren und warum.

  1. Minicooper
    Die teuerste Community der Welt. Wer da rein will muss sich einen Minicooper kaufen.
    Worum geht es? Fans des Minicoopers tauschen sich aus.
    Warum macht Minicooper das? Damit die Fans bei der Marke bleiben, weil sie Teil einer Gemeinschaft sind. Es werden neben den Onlineaktivitäten auch Treffen angeboten von Minicooper organisiert.
  2. E-Bay
    Die besonders Aktiven auf E-Bay tauschen sich aus.
    Warum bietet E-Bay für die eine Community an? Die verkaufen doch eh auf E-Bay, ob nun mit oder Community. Tipps und Tricks zum Verkauf kann man auch in Blogs nachlesen. Was macht den Wert dieser Community für E-Bay aus?
    Die Leute kennen sich mit ihren E-Bay Namen, vertrauen sich, schauen was der andere gerade so anbietet und kaufen verstärkt voneinander. Es kurbelt den Verkauf nochmal merkbar an.
  3. Amerikanischer Suppenhersteller
    Was macht man, wenn man das Thema Suppe hat? Da kann man nun wenig zu schreiben und eine Gemeinschaft der Suppeninteressierten wird sich auch nicht aufbauen lassen.
    Aufgebaut wurde eine recht suppenfreie Gemeinschaft von Frauen, die sich über Ihren Lebensstil und Arbeit und Beruf austauschen. Die Suppe ist nur am Rand da, die Community ist nach der Suppe benannt, die URL, das Logo und ab und zu gibts mal Tipps was man mit der Suppe als Rezeptzutat alles machen kann. Aber eigentlich dreht es sich in der Gemeinschaft um ein anderes Thema. Trotzdem hebt es den Bekanntheitsgrad und das Vertrauen in die Suppenmarke.
  4. Pringles
    Pringels hat den neuen Reis Pringle auf den Markt gestellt. Wie bekommt man die Leute dazu den zu kaufen? Eine Möglichkeit sind diese Stände in den Geschäften „probiert doch mal gratis“. Aber deren Zielgruppe ist nicht so oft im Supermarkt.
    Die haben eine Community aufgebaut wo man seine Pringles Party ankündigen und hinterher von der Party berichten konnte. Zusätzlich bekamen die Partyveranstalter ein Party Pack Reis Pringles.
    Es haben mehr als 10.000 Leute mitgemacht. Eine Menge Jugendlicher haben den Rice Pringle probiert und einige kaufen den nun regelmässig.
  5. American Express
    American Express unterhält eine Community für Small Businesses. Dort können sich die Kleinunternehmer austauschen und bekommen immer wieder Tipps und Hinweise zum Kleinunternehmertum. Natürlich wird gelegentlich auch der eine oder andere Tipp gegeben, wie ein Kleinunternehmer in den USA American Express nutzen kann.

Im Planungsprozess für eine Community steht nicht im Vordergrund „was macht das Unternehmen“ sondern „was interessiert die Zielgruppe“. Und wenn die Zielgruppe an Partys interessiert ist, dann wird die Community um das Thema Party herum gebaut. Das Interesse der Zielgruppe treffen, seine Kunden kennen ist ein wichtiger Unterschied zwischen einer erfolgreichen und einer erfolglosen Community. Das Geld, dass die Firmen haben wird im Zeitalter von Twitter und Facebook nicht mehr zum Hauptfaktor. Die Großen können mehr Werbung schalten und schneller eine kritische Masse an Fans anlocken, die diskutieren. Aber auch kleine können, wenn sie die richtigen Informationen anbieten, eine große Zahl an Interessierten aufbauen.

Zum „wie werde ich eine Social Media Firma“ Workshop nur ein paar Stichworte, wie die Nutzung der Plattformen in den USA gesehen wird und worüber diskutiert wurde, wo das größte Interesse herrschte:

  • Facebook ist für die Leute, die man kennt
  • Twitter ist für die Leute, die man nicht kennt
  • Social Media sollte eine Komponente jedes Marketing Plans sein
  • Man sollte mit Twitter anfangen und seine Aktivitäten dann in andere Social Media Netzwerke ausweiten
  • Man sollte versuchen die Kunden zur Interaktion zu bringen, die sollen sich gegenseitig kennenlernen
  • Angebote wie kaufe 100000 Fans für $75 Dollar sollte man vermeiden

Es wird wenig über technische Möglichkeiten gesprochen, keine Frage über APIs, wie erweitere ich Funktionalitäten. Keiner fragte wie erstellt man eine Facebook Application. Keiner wollte tiefere technische Details. Es ging immer nur darum das ganze so wie es ist effizient und gewinnbringend zu nutzen. Ein großer Teil der Leute kam aus dem Marketing, weil – wie die sagten – Marketing nicht mehr ohne Social Media auskommt. Marketing Leute beherrschen das Handwerk erst die Zielgruppe zu erforschen, dann die Aktivitäten zu starten und dann den Erfolg zu messen und fragten entsprechend nach den passenden Tools im Internet.

Mehr als 1/3 der Teilnehmer waren Frauen. Das kenne ich von Veranstaltungen rund um den Computer in Deutschland gar nicht. Da waren es immer nur wenige, aber auch dort steigt der Frauenanteil schnell :)

Insgesamt eine sehr spannende Veranstaltung, gut gemacht und vor allem: es gab genügend Parkplätze :) (EB)

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