DatenschutzDatenschutz oder „Privacy“ als passenderer Begriff stellt seit der automatischen Datenvereinbarung schon lange ein Problem dar. Das Internet hat das Problem verstärkt und mit den neuen sozialen Netzwerken nimmt es eine ganz neue Dimension an. Bedeutet das Internet das Ende des Datenschutzes ?

In einen Vortrag meinte der Gründer von Facebook Mark Zuckerberg, dass sich das Verhalten der Nutzer im Hinblick auf den Umgang ihrer privaten verändert hätte.

Durch einen stark überspitzten Artikel bei ReadWriteWeb wurde das zwar zu einer Aussage über das Ende des Datenschutzes fehlinterpretiert, aber selbst dieser Vorfall hat einiges gezeigt. Einerseits zeigt es, dass selbst der Facebook Gründer bei aller Offenheit Twitterstürme vermeiden kann, so das er falsch verstanden wird.

Da hat es auch nicht geholfen, dass das Video im Internet abrufbar war:

Video "Mike Arrington interrogates Mark Zuckerberg" on usteam

Video "Mike Arrington interrogates Mark Zuckerberg" on usteam

Es zeigt, dass diese Entwicklung nicht ohne Probleme ist. Damit meine ich nicht, dass die klassischen Medien am Ende doch besser sind, da sie für die Richtigstellung sorgen können. Vielmehr ist damit gemeint, dass Datenschutz in sozialen Netzwerk kaum noch durchzusetzen ist.

Datenschutzprobleme bei Twitter, Facebook, StudiVZ oder bei anderen werden in Zukunft zu einen Alttagsmeldung werden. Dabei gab es bis jetzt primär Probleme, wo die Einstellung zu Datenschutz bzw. Privacy zwischen unterschiedlichen Ländern aufeinander stoߟen oder durch mangelnde technische Maߟnahmen es zu Lücken beim Schutz von personenbezogenen Daten kam.

Dabei ist das nur der Anfang. Das Internet erlaubt die Zusammenführung von Daten auf völlig neuen Niveau. Die Problematik der „Bewegungsprofile“ ist an sich nicht neu. Schon während der Einführung von ISDN in Deutschland wurde dies als Problem vom Chaos Computer Club und anderen thematisiert. Am Ende Stand das „Recht auf informelle Selbstbestimmung“ in Deutschland, welches in sozialen Netzwerken kaum noch durchzusetzen ist. Selbst wenn ein Nutzer aktiv entscheidet welche Informationen er bei Twitter, Facebook, Xing und Linkedin veröffentlicht und welche nicht – er ist nicht in der Lage die Konsequenz z.B. des Abgleiches seiner Kommunikationsbeziehungen zu überblicken. Daraus entstehen neue Missbrauchsgefahren und dies wird sicher auch ausgenutzt werden.

Der Datenschutz wird sich verändern müssen. Das Internet ist von Natur aus nicht anonym und wer kommunizieren will, wird am Ende auch etwas über sich bekanntgeben. Social Media ist am Ende ein Netzwerk von Bekannten, wenn auch vielen virtuellen Freunden. Aber Freundschafften basieren auf Vertrauen und Vertrauen erwächst nicht aus der Anonymität. Dieser Spagat wird noch eine unangenehme Überraschungen mit sich bringen. Die Musik- und Filmindustrie müssen schon seit längere Zeit erleben, dass ihre alten Business Modelle nicht auf Dauer funktionieren können. Dabei laufen Sie der Zeit hinterher, was am Ende zu Ihrer Bedeutungslosigkeit führen kann. Dem Datenschutz könnte es ähnlich gehen, wenn keine Wege – gesetzlich, technisch und organisatorisch – gefunden wird, den Schutz der Welt-Online-Bürger mit weltweiter Kommunikation und Netzwerken zu gewährleisten.

Was können Unternehmen tun, um den Datenschutz auf das Internet-Zeitalter anzupassen ?

  • Datenschutz ist nicht nur eine technische, sondern primär eine organisatorische Fragestellungen. Das Management muss sich mit den Fragen befassen und Vorgaben verfassen.
  • Die technische Sicherheit kann durch regelmäßige Prüfungen verbessert werden. Bewährt hat sich den selben Maߟstab wie bei der Verarbeitung von Kreditkartendaten anzulegen und z.B. regelmäßig PCI Compliance Tests durchzuführen.
  • Geben Sie Nutzern die Möglichkeit den Umfang der Veröffentlichung von Nutzerdaten steuern zu lassen. Von Natur aus sollte die Veröffentlichung deaktiviert sein.
  • Gehen Sie offen mit Datenschutzproblemen um. Verheimlichen kann mehr Schaden anrichten, als ein Problem offen zuzugeben.
  • Wenn Sie Daten verarbeiten, auch aus kommerziellen Interesse, geben Sie dies in Ihren Datenschutzrichtlinen bekannt und begründen sie das. Lassen Sie den Kunden entscheiden, ob er den Nutzen für sich sieht. Viele Kunden sind bereit Informationen bekanntzugeben, wenn sie selbst dadurch einen realen Nutzen haben.
  • Beachten Sie die Entwicklung. IP Nummern Speicherung für Webanalyse, Google Analytics und andere Techniken sind wichtig um die Webseite und Nutzerfreundlichkeit voranzubringen, aber bei den Datenschutzbehörden gibt es die Tendenz diese als nicht rechtens anzusehen. (FS)

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