Sprint Overdrive

Sprint Overdrive

Datenkarten und GSM/UMTS USB Sticks sind ja ganz nett, aber nicht immer die beste Lösung. Insbesondere wenn man mehrere Rechner gleichzeitig anschliessend möchte wird ein HotSpot benötigt. Diese sind aber nicht überall verfügbar, besonders nicht im Auto oder Zügen. Aber auch in Hotels, auf Messen oder bei Besprechungen kann der eigene Hotspot, den man immer dabei hat (und deren Konfiguration man vertraut) hilfreich sein.

Da demnächst eine Messe ansteht, auf der meine Firma ausstellt und – wie immer – die Internet-Anbindungskosten den Preis jeden Bits in Gold aufzuwiegen scheint, habe ich mich nach entsprechenden Lösungen umgesehen. Angeboten werden ein sehr kleines Gerät von Mobilfunkanbieter Verizon unter den Namen „Mifi“ und eines von Sprint unter den Namen „Overdrive„. Letzteres wurde erst auf der CES 2010 vorgestellt. Auch wenn das Mifi ein Tick kleiner ist, als der Overdrive hatte letztes einen entscheidenden Vorteil: Es unterstützt nicht nur 3G (UMTS), sondern auch 4G (Wimax). Letzteres ist zwar erst in wenigen Städten verfügbar, aber dort wo es funktioniert ist es bei mobilen Verbindungen angeblich stabiler und natürlich schneller.

Allerdings war die Bestellung des Gerätes alles andere als trivial. Via Internet gab es einige Verwirrung, man wollte zur Bestätigung der Identität einige Belege zugefaxed haben. Da die Bestellung auf Firmennamen erfolgen sollte, scheiterte man ausserdem daran das die Eingabe eines Firmennamens nicht vorgesehen war. Danach stiess man auf die üblichen Henne/Ei-Probleme in Sachen Credit History in den USA (Ohne Credit History kein Kredit oder langfristige Verträge; ohne Kredite, keine Credit History). Auch eine Telefonbestellung war etwas konfus, da sich rausstellte, dass bei einer Bestellung via Telefon man ca. doppelt soviel (199 statt 99 USD) für das Gerät bezahlen muss.

Nach nur 4 Tagen, stundenlangen Telefonaten und drei Anläufen war die Bestellung aber aufgegeben und 18 Stunden später war das Gerät geliefert. Es wäre eine Untertreibung zu behaupten, dass Sprint Optimierungsbedarf seines Verkaufsprozesses hat.

Nun ist da Gerät also da. Es hat etwa die Oberflächengrösse und Dicke wie ein iPhone und hat quadratische Form. Nach dem ersten Einschalten tauchte der Mobile Hotspot im WLAN auf und mit meinen Mac Notebook konnte ich mich anbinden. Auf den Startscreen konnte man wählen, ob man mit dem Internet verbunden werden will oder die Mobile HotSpot Webseite aufrufen will.

Auf letzterer erhält man ein Überblick über die Signalstärke und Konfiguration, erhält Zugriff auf die GPS Funktionen die z.B. mit Hilfe von Google Maps Hotels, Tankstellen und andere Einrichtungen in der Nähe anzeigt, sowie wirklich reichhaltige Einstellungen im Bereich WLAN, Wifi, Sicherheit und Basiskonfiguration.

Der Overdrive hat ein kleinen LCD Display eingebaut, auf den immer angezeigt wird, ob man gerade eine 3G oder 4G Verbindung hat, wieviel Traffic angefallen ist und auf Wunsch werden auch Namen und WLAN Passwort des Hotspots angezeigt. Die Konfiguration dauerte ungefähr 4 Minuten (vergleichen mit 4 Tagen es zu bestellen).

Die Verbindungen sind selbst bei 3G schnell, wenigstens wenn nur ein Gerät angeschlossen ist. Als Zubehör bekommt man ein Ladegerät für das Auto und eine aus Gel bestehende Hülle, so das der Overdrive auch gern im Auto etwas hin und herumgeschleudert werden kann.

Der einzig negative Punkt liegt wiedermal in den Angeboten der Mobilfunkbetreiber: Ein Mobile Hotspot dürfte – neben den Einsatz im Auto – primär temporär genutzt werden. Also bei externen Besprechungen, auf Messen, usw. Das sinnvollste wäre hier also die Möglichkeit kurzfristige Verträge zu schliessen oder die Datennutung auf Prepaidbasis abzurechnen. Angeboten werden aber von Verizon (Mifi) und Sprint (Overdrive) nur 2 Jahres Verträge. Dabei wird nur ein Tarif für 59,99 USD/Monat angeboten, in dem unlimited Traffic via 4G und 5 GB/Monat Traffic für 3G enthalten ist. Ein Tarif der ein „gutes“ Zeichen für eine geringe 4G Abdeckung sein dürfte. Allerdings kann man den Vertrag innerhalb von 30 Tagen kündigen. auch danach ist eine vorzeitige Kündigung gegen einen maximal Betrag von 200 USD möglich. In der Summe immer noch deutlich günstiger, als für manche Messe einen Messe-Internetzugang zu nutzen.

Bei einer Fahrt von San Jose nach Palo Alto war es im Auto im Handschuhfach angeschlossen. Die Verbindung war stabil und weitgehend schnell, nur an manchmal war die Verbindung etwas langsam. Allerdings wurde die ganze Zeit eine 3G, zu keinen Zeitpunkt eine 4G Verbindung angezeigt. Aber auch so war es möglich z.B: ein YouTube Video abzuspielen.

Auf jeden Fall ein nettes Gerät und wenn die 4G Abdeckung zunimmt, auf jeden Fall eine Alternative für viele Einsatzzwecke. Sei es für Vielreisende, für Messen oder als Mobiler Hotspot im Auto. Allerdings hat es am ersten Morgen mich mit einen Absturz begrüsst. Aber noch gefällt mir das Gerät und wenn sich meine Meinung ändern sollte, würde ich diesen Artikel entsprechend ergänzen. (FS)

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Hotspot Overdrive Overall
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