Find Your Social Brand

Veröffentlicht am 11.02.2010 in SEO/SEM, Social Media von archiv | 0 Kommentare

Wie sieht es mit den Marken aus in den USA? Speziell hier im Silicon Valley, wo jeder Geschäftsführer der sagt „wir machen kein Social Media“ mitleidig angeschaut wird und sich dann schon mal die Farbe für den Grabstein seiner Firma aussuchen kann.

Der Vortrag „Find your social brand“ versprach dabei zu helfen die eigene Marke ins Internet zu bringen. Gehalten wurde der Vortrag von Krim Stephenson von der Arlington Mill Group, einer Marketing Firma mit Kunden wie Honda, Vilsa, Oracle und Microsoft.

In der Ankündigung zum Vortrag war die Webseite der Firma angegeben für die er arbeitet und das Firmenblog bei dem er mitschreibt. Das ist normal, wer im Marketing oder Customer Care was werden will hat zu bloggen. Der große Vorteil, man kann nach lesen von ein paar Artikeln sehen wer wirklich was zu sagen hat und sich die langweiligen Leute sparen.

Nun zum Vortrag:

Was sind die Top Prioritäten der Marken laut dem 2010 Digital Marketing Report der Society of Digital Agencies:

  • 45,4% Social Networks
  • 44% Digital Infrastructure
  • 27% Search
  • 26,8% Mobile

Die Marken wollen in Social Media investieren, machen aber Fehler in der Umsetzung.

Problem 1: Marken werden nicht gehört
Der Anteil der Informationen über eine Marke im Internet wurde wunderbar als kleiner Punkt dargestellt und daneben ein grosser Kreis, das ist das was im Internet über eine Marke geredet wird.

Die Informationen, die Webseiten, die Inhalte, die eine Marke ins Internet stellt verblassen vollkommen neben dem, was man an Unterhaltungen, Blogbeiträgen, Tweets usw. usw. im Internet über eine Marke findet.

Er gab an, dass das Verhältnis Inhalte der Marke zu sonstigen Inhalten 1:500 ist.

Problem 2: Die Marke ist nicht interessant
Er verglich Social Media mit einer Coctail Party auf der an allen Ecken ununterbrochen geredet wird. Man kann sich jederzeit zu einer anderen Gruppe setzen wenn etwas uninteressant ist. Fragen: Was nützt mir diese Marke, was ist das interessante an der Marke?

Problem 3: Marken stellen sich im Internet falsch dar
Eine Marke ist nicht:

  • Ein Logo
  • Ein Warenzeichen
  • Pressemitteilungen
  • Eine Firma
  • Statements oder Richtlinien
  • Namenskonventionen
  • usw. usw.

Eine Marke ist:

  • Menschen
  • Kultur
  • Ideen
  • Produkte
  • Service
  • Motivation
  • Innovation
  • Die Sache um die es geht

Es geht nicht darum eine Marke zu erfinden, sondern sie sichtbar zu machen, sie zu aktivieren.

Als klassische Beispiele wo die Prioritäten nicht liegen sollten wurden Dinge genannt wie „das Logo muss immer 2,27 mm Platz nach oben haben und 1,45 mm nach links“ oder „das Blau ist nicht exakt das Blau unseres Logos“ usw.

Was soll eine Marke aber nun tun im Internet?

  1. Das Gespräch suchen
  2. Persönlichkeit zeigen
  3. Vertrauen aufbauen
  4. Reagieren und sich verbessern

Das Gespräch suchen
Langsam anfangen mit den Menschen, die der Marke bereits vertrauen. Dann vorarbeiten. Die Werkzeuge (damit sind Twitter, Facebook usw. gemeint) nutzen, die die Zielgruppe auch nutzt.

Mehr zuhören als reden. Häufig wollen die Marketing Leute über das tolle Produkt reden, das Publikum hat aber ganz andere Themen auf dem Herzen.

Tragt nur etwas zu einem Beitrag über eure Marke im Internet bei, wenn ihr auch wirklich was zu sagen habt.

Beispiel für gelungene Kommunikation:
Nokia hat gefragt wieviel Handys denn jeder so mit sich herumträgt und nutzt. Das Ergebnis zeigte, dass 42% der Leute zwei und 17% drei oder mehr Handys mit sich herumtragen. Privat, geschäftlich1, geschäftlich2 usw.

Die Idee, die daraus entstanden ist war ein Handy mit mehreren SIM Karten.

Persönlichkeit zeigen
Eine Marke soll Persönlichkeit zeigen. Dazu werden Persönlichkeiten innerhalb der Firma gesucht, die das Bloggen, Twittern, die Facebookbeiträge gestalten. Abgedroschene Marketingsprüche sollte man vermeiden.

Habt keine Angst davor euch zu entschuldigen.

Beispiel für genungenes Zeigen von Persönlichkeit:
Southwest Airlines mit ihrem Beitrag „Wir haben auch 3 Captain Kirks“. Es gibt dort 3 Piloten mit diesem Namen, die in deren Blog vorgestellt wurden. Wenn in deren Flügen der Name des Piloten genannt wird sorgt das immer für Aufsehen. Darüber und über die Piloten wurde geschrieben.

Vertrauen aufbauen
Informationen und Einblicke in die Marke geben. Nicht die Marke glänzend und schön darstellen.
Nicht versuchen die Benutzer zu kontrollieren in dem was sie schreiben oder tun.
Auf gute Ideen eingehen und diese Loben.

Beispiel wo es nicht geklappt hat:

In einer Firma gab es den Besitzer eines Jaguars, der jede Menge Tamtam um sein Auto machte. Den Kollegen ging das auf die Nerven, sie haben das Auto mit tausenden von bunten PostIt Zetteln beklebt. Von weitem sah es so aus, als sei das Auto knallebunt angemalt worden in gelb, rosa, quietschgrün. Das Bild und ein Video davon ging durchs Internet und verbreitete sich viral.

PostIt kam irgendwann auf die Idee sich da dran zu hängen und  fragte denjenigen, der die Fotos gemacht hatte nach Lizenzgebühren. Der erkundigte sich wieviel man denn so nehmen könne und teilte das PostIt mit. Die dachten sich warum so viel zahlen wenn mans auch nachbauen kann. Der Fotobesitzer war inzwischen auf $2000 runter gegangen aber PostIt hatte nun die Idee keine Lizenzgebühren zu zahlen und beklebte einen Jaguar ganz ähnlich wie das Original.

Die Story kam raus, die Kampagne kam überhauptnicht an. Wer nichtmal $2000 an den Fotografen und diejenigen, die die Idee hatten zahlen will, dem wird nicht vertraut.

Hier die Geschichte zum Nachlesen: http://www.all-about-content.com/2008/09/3m-carjacks-postit-note-jaguar.html

Reagieren und sich verbessern
Das, was über die Marke im Internet geschrieben wird lesen. Auch reagieren, aber nicht überreagieren. Reagieren bevor eine Krise entsteht.

Nicht nur auf die lautesten 5% der Benutzer hören.

Performancemessungen und Vergeiche mit der Konkurrenz helfen.

Beispiel wie es nicht laufen sollte:
Die Autosendung Top Gear hat den Tesla Roadster getestet. Ein reines Elektroauto. Sie zeigten wie das Auto langsamer wurde und stehenblieb und dann zu einer Steckdose geschoben wurde.

Für die Zuschauer entstand der Eindruck, dass das Auto plötzlich keinen Strom mehr hatte und geschoben werden musste. Ein klares Argument gegen den Autokauf, wer will schon ein Auto, dass ganz plötzlich nicht mehr fährt.

Die Macher der Sendung sagten sie hätten nirgends behauptet das Auto habe keinen Strom mehr gehabt.

Eine lange Diskussion im Internet entstand darüber was wie dargestellt und verstanden wurde.

  • Tesla accuses Top Gear of foul play in roadster test
  • Tesla Motors Responds to Top Gear Review | The Truth About Car
  • BBC: Top Gear Tesla didn’t run out of juice

So sollte man es nicht machen.

Fazit: Insgesamt ein netter Vortrag mit viel Erfahrung und Handlungsepfehlungen. (EB/FS)

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