Aardvark = Erdferkel Ein seltsames, termitenfressendes Viech mit schweineartigem Rüssel.

Als ich zu dem Vortrag ging dachte ich, ach noch so eine Suchmaschine. Die sieht man doch überall, auf jedem Tweetup ist wieder eine neue Firma mit bunten Prospekten dabei. Und genauso schnell gehen die dann auch wieder unter. Aardvark hatte ich schon mal gehört und ich hatte mitbekommen, dass Google Aardvard vor 6 Wochen gekauft hat.

Veranstaltet wurde der Vortrag vom der Special Interest Group „Suche“ des SDForums im Silicon Valley. In dem doch sehr vollen Vortragsraum habe ich dann einige Zuhörer gefragt, was die denn an dem Thema interessiert. Das ging von „die Pizza ist gut“ über „ich veranstalte das hier“ bis zu „die verarbeiten große Mengen Daten in kurzer Zeit, ich hoffe mehr darüber zu erfahren“ und „wir arbeiten an einer Software, die es drei und mehr Leuten ermöglichen soll reibungsfrei miteinander zu arbeiten. Ich hoffe hier neue Impulse zu bekommen“.

Aber keiner schien da zu sein, weil er diese Erdferkel Suchmaschine nutzen wollte.

Des weiteren traf ich einen Fotografen wieder, dem ich letzlich im Rahmen einer Social Media Beratung erklärt hatte, dass es für die Neukundengewinnung leicht ungünstig ist, wenn man in seinem LinkedIn Profile schreibt, dass man von Wölfen aufgezogen wurde und allerlei blutrünstige Hobbys betreibt.

Dann begann der Vortrag und es wurde interessant …

1. Wie sind die Erfinder dazu gekommen Aardvark zu entwickeln?

Die (die wurde nicht genauer erklärt) haben einen Business Plan erstellt, der besagte, dass 6 Monate lang 6 Projekte verfolgt werden. Dabei wird keines der Projekte bevorzugt, keiner hängt sein Herz an eines der Projekte, alle werden gleich behandelt.

Nach 6 Monaten wird objektiv durch Testreihen geprüft welches der 6 Projekte am erfolgversprechendsten ist und das wird dann nochmal 6 Monate ausgebaut.

Das ganze erste Jahr wurde durch Kapitalgeber finanziert.

2. Warum der Name Aarvark?

Weil es zwei aa am Anfang hat und weil es ein Begleiter sein soll, der dem Suchenden hilft seine Informationen zu finden. Die wollten einen Buddy.

3. Die technologische Plattform

Auch da sind die geplant vorgegangen und haben mit Twitter angefangen. Man konnte über Twitter Fragen stellen und Antworten bekommen, dann folgte eine iPhone Applikation und erst als alles ausgereift war und die sicher waren, dass dieses Projekt weiter geführt werden soll haben sie die Webplattform gebaut.

4. Die Technologie

Details gab es leider keine. Nur die Information, dass es schwierig war. Der Vortragende (Damon Horowitz, co-founder and CTO of Aardvark ) war mit dem Stand der Verarbeitung natürlicher Sprache nicht zufrieden und hat ein paar Kurse an der Uni besucht, um da tiefer rein zu kommen.

Sie haben vier verschiedenen Arten die gestellten Fragen zu analysieren und den passenden Antworter für eine Fragestellung zu finden. Dabei ist die Verfügbarkeit wichtiger als die Kompetenz. Es ist wichtiger schnell eine Antwort zu bekommen auch wenn die Antwort nur vom Drittkompetentesten kommt.

5. Wie machen die Geld?

Es gibt gesponsorte Antworten, da antwortet dann das Schuhgeschäft um die Ecke auf deine Schuhfrage.

6. Die wollen meine Freunde

Wie alle social networks will auch Aardvark die Namen und Email Adressen aller meiner Freunde fressen. Es fragt, ob es sich mit dem Twitter Login verknüpfen darf, mit meinem Facebook Profile und diversen Mailaccounts von Gmail über MSN / Life Mail bis Yahoo.

Nachdem ich grosszügig die Daten meiner Freunde herausgerückt habe, dadurch, dass Aardvark meine Facebook Daten bekam, sortiert Aardvark die Freunde alphabetisch nach Vornamen.

Warum gebe ich die Daten meiner Freunde einfach an eine Software die mit einem niedlichen Erdferkel winkt?

Wer einmal an jemanden mit einer Google Mailadresse, Yahoo Mailadresse, MSN Mailadresse mailt dessen Emailadresse ist diesen Giganten dann eh bekannt und Aardvark gehört inzwischen zu Google.

Wer auf Facebook ist lebt auch damit, dass seine Daten überall lustig verstreut werden. Ich empfehle, dass man sich mit einer Google Mailadresse, Yahoo Mailadresse, MSN Mailadresse bei Facebook anmeldet und nicht mit seiner Firmen Email Adresse!

Was habe ich davon, was haben meine Freunde davon?

Was will das Erdferkel mit meinem Freundeskreis? Wenn sich einer meiner Freunde dort anmeldet schaut Aardvark was der für Kompetenzen hat und über die Zeit, wenn das Netzwerk erfolgreicher wird, sagt es mir, wenn ich jemanden kenne, der zu der Frage, die ich gerade habe, ein Experte ist. Ich weiss ja nun nicht alles über meine Freunde/Bekannte und entdecke vielleicht ganz neue Seiten.

Und Aardvark erzählt meinen Freunden natürlich auch, dass ich deren Frage beantworten kann, wenn die nicht weiter kommen.

Was bringt mir das wirklich? Meine Freunde geben ein, dass sie sich für Computer, Schwimmen und Katzen interessierten, das ist dann recht einseitig.

Wenn ich das richtig verstanden habe wühlt das Erdferkel nicht nur in den Tags, die ich eingegeben habe sondern durchschnüffelt mein Blog, meine Facebook und LinkedIn Status Meldungen und Profile, mein Twitter Profil usw. Die strukturierten und unstrukturierten Daten, die über mich öffentlich vorliegen oder zu denen ich dem Erdferkel Zugang verschafft habe. Es legt (wenn ich das richtig verstanden habe) ein Profil über mich an.

Das ist kein unbekannter Ansatz, sich aus LinkedIn, Twitter, Facebook und anderen Quellen ein Profil zu erstellen, das habe ich schon bei anderen Programmen gehört, die in der Entwicklung sind.

Das schiebt dem oben erwähnten Fotografen, der in LinkedIn angegeben hat von Wölfen aufgezogen worden zu sein, eine Menge Zoologischer Fragen zu.

Aardvark weiss jetzt also eine Menge über mich. Aber nicht über meine Freunde, zu meinen Freunden hat es nur die Namen und Email Adressen. Das Profil wird erst angelegt, wenn derjenige sich bei Aardvark anmeldet.

7. Können wir nun endlich was suchen?

Dann habe ich Aardvark ausprobiert. Und zwar ohne meine Freunde, die Frage wurde an wildfremde rund um die Welt gestellt:
Ich wollte wissen, wie ich Daten von Facebook bekomme, die mir helfen zu entscheiden, ob es sich lohnt dort Werbung zu schalten. Also Statistiken bezüglich Alter, Geschlecht, Ort von Facebook.

Aardvark: Antwort nach 2 Minuten: Ich muss eine Facebook Page eröffnen, dann habe ich die Statikstiken vorliegen.

Twitter: Selbe Frage, keine Antwort

Google: Ich wühle mich durch die Google Suchergebnisse

Aardvark: Antwort von einer zweiten Person nach 3 Minuten, ich soll Alexa nutzen

Google, Bing: Ich wühle mich durch die Suchergebnisse

Aardvark möchte, dass ich meine Chatnamen angebe, damit mich Antworten noch schneller erreichen und ich direkt mit den Experten im Dialog stehen kann. Ich finde 2 Minuten Antwortzeit schon prima und wenn ich über die Oberfläche von Aardvark Rückfragen an die Person stelle bekomme ich sofort Antworten.

Aber es kann auch mal sein, dass Aardvark etwas länger sucht und dann meldet es sich fröhlich über Chat. Hey ich habe jemanden gefunden!

Fazit:

Der Vorteil zu Foren und anderen Fragediensten ist, dass man mit der Person verknüpft wird. Meist gibt es ja doch Rückfragen. Und das Aardvark eine Menge über diese Person weiss und mir daher kompetente Leute zuweist.

Die Antworten sind schnell da. Ich kann also während ich ein Paper entwerfe eben mal fragen und die Antwort gleich einbauen.

Die Antwortqualität war in diesem Einzeltest nicht die ultimative Antwort. Die wäre gewesen, dass man erst, wenn man auf Facebook ein Werbebanner anlegt die Statistiken bekommt zm Thema Alter, Geschlecht, Ort, die man braucht, um entscheiden zu können, ob man Werbung schalten möchte.

Der Tipp mit der Page war nicht schlecht, über meine Facebook Page bekomme ich interessante Statistiken über die Leser.

Der Tipp mit Alexa war nicht schlecht, auch dort gibt es interessante Statistiken zu Facebook. Alexa kenne ich, ich nutze auch die Toolbar, aber für diesen Zweck hatte ich es nicht auf der Liste.

Es hat mich weiter gebracht, aber die ultimative Antwort bekam ich nicht. Aber ich bekam sie auch nicht über Google, Bing, Twitter. Ich hätte sie bekommen über Foren, aber das hätte länger gedauert.

Und hier der Link zum Erdferkel: http://vark.com

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Ein Kommentar zu “Noch eine Möglichkeit Antworten zu bekommen – Aardvark”

Tweets die Noch eine Möglichkeit Antworten zu bekommen – Aardvark | The Silicon Valley Experiment erwähnt -- Topsy.com

[…] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Elke boevers erwähnt. Elke boevers sagte: Antworten bekommen mit Aardvark – Wie ein Erdferkel deine Fragen beantwortet http://bit.ly/9Lqv29 […]

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Noch eine Möglichkeit Antworten zu bekommen – Aardvark
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