SETIquest

SETIquest

Im Rahmen der der SETIcon 2010 stellt Dr. Jill Tarter, Leiterin des Zentrums für SETI-Forschung, ihr neuestes Projekt vor: SETIquest. Das Projekt soll eine Community schaffen und eine Open Source Lösung schaffen. Sie hat an einer Reihe von wichtigen wissenschaftlichen Projekten gearbeitet, die meisten hierbei im Zusammenhang mit der Suche nach außerirdischem Leben.

Sie ist jedoch überzeugt, wenn wir den Beweis einer Technologiesignatur in einer Nachricht  haben, werden wir eindeutig ein Signal aus der fernen Vergangenheit erhalten, höchstwahrscheinlich vor über 1000 Jahren auf Reisen geschickt. SETI ist daher eine Art Archäologie der Zukunft. Für ihre Arbeit hat Sie letztes Jahr den TED Preis erhalten. Ein Preis den zuvor unter anderem auch Bill Clinton, Bono und dieses Jahr Jamie Oliver erhalten haben.

Als Studentin arbeitete sie am Radio-Projekt SERENDIP mit und erstellte das entsprechenden backronym, „Search for Extraterrestrial Radio Emissions from Nearby Developed Intelligent Populations“. 1992 und 1993 war sie Projektwissenschaftlerin für NASAs High Resolution Microwave Survey (HRMS) und später Direktorin des Project Phoenix (HRMS um konfiguriert) unter der Schirmherrschaft des SETI Instituts. Tarter hat Dutzende von umfassenden Fachbeiträgen und Vorträgen veröffentlicht sowohl über die Suche nach außerirdischer Intelligenz und die Notwendigkeit eines angemessenen naturwissenschaftlichen Unterrichts. Durch ihre Arbeit in Astrobiologie und ihr Erfolg als weiblicher Wissenschaftler hat sie mehrere Auszeichnungen von verschiedenen wissenschaftlichen Organisationen erhalten. Im Jahr 1989 bekam sie von  “Women in Aerospace” den “Lifetime Achievement Award”.  Die NASA hat sie ebenfalls zweifach ausgezeichnet. 2002 wurde sie zum Partner der American Association for Advancement of Science  und 2003 zum Partner der California Academy of Sciences in gewählt. Im Jahr 2004 wurde  Tarter zu einem der 100 einflussreichsten Menschen der Welt vom Time Magazine ausgezeichnet. Desweiteren erhielt sie 2004 den TED Preis.

Dr. Jill Tarter

Dr. Jill Tarter

In ihrem Vortrag gab die 66igjährige Wissenschaftlerin einen Überblich von SETI im Laufe der Jahre,  sowie von ihrer eigenen Mission und Sicht der Dinge. Es gibt keine Rassenunterschiede, wir sind schlussendlich alle Erdline. Alle sind wir aus Sternenstaub gemacht und Teil eines ganzen. Seit nunmehr 50 Jahren haben wir die Möglichkeit mit Hilfe von Radiotechnologie nach außerirdischem Leben zu suchen. Von Anfang an war sie davon begeistert das All nach Technologiesignaturen zu durchsuchen. Sicher einer der Gründe, wieso die Figur Ellie Arroway im Film „Contact „im wesentlichen auf ihren Leben basierte. Die Menschheit steckt, was Technologie  betrifft, in den Kinderschuhen. Wir betreiben Technologie erst seit ca. 100 Jahren im Vergleich zum Weltall, welches seit einer Milliarde Jahren besteht.

Mit SETI@home , ein Projekt das 1999 startete, kann jeder Internetbenutzer aktiv seinen kleinen, passiven Teil zur Auswertung der täglich anfallenden Daten, von 1TB, beitragen. Es ist ein kleines Programm, dass am  Space Sciences Laboratory an der University of California, Berkeley angeschlossen ist.

Die zwei ursprünglichen Ziele von SETI @ home waren:

  1. nützliche wissenschaftliche Arbeit zu leisten, durch die Unterstützung einer Beobachtungsstudie intelligentes Leben außerhalb der Erde zu erkennen
  2. die Lebensfähigkeit und die Praktikabilität der „Freiwilligen-Computing“-Konzept beweisen

Letzteres ist überaus gelungen:

Mit mehr als 5,2 Millionen Teilnehmern weltweit, ist das Projekt des verteilten Rechnens, das Projekt mit den meisten Teilnehmern. Die ursprüngliche Absicht war, SETI @ home auf 50.000-100.000 Heimcomputer zu nutzen. Seit seinem Start am 17. Mai 1999 hat das Projekt über zwei Millionen Jahre Rechenzeit aggregiert zusammengetragen.  Mit zwischen 200,000 bis  500,000 aktiven Rechner im System (2,4 Millionen insgesamt) in 234 Ländern ist es das größte freiwilligen Computer Projekt weltweit.

Das SETI Projekt gibt auch Materialien für den Schulunterricht heraus. Es sei so wichtig, schon die Jüngsten fuer das Projekt und die Wissenschaft zu sensibilisieren so Tartor. Das neueste Projekt sei nun SETIquest. Hierbei geht SETI in die Social Media und bemühen sich um Communitybildung.  SETIquest versucht alle mit einzubeziehen: Menschen wie Du und ich können sich im Forum engagieren und zu allen Themen eifrig diskutieren. So steht beispielsweise der Sourcecode für das Projekt als Opensource jedermann zur Verfügung und kann im Forum direkt diskutiert , besprochen und verbessert werden. So hilft die die Community sich selber weiter. Da die Mittel für die NASA und damit auch für SETI massivst gekürzt worden sind, sind sie auf die Hilfe der Community angewiesen. Schlussendlich wollen sie aber mit den Erdlingen und nicht nur mit den Computern kommunizieren.

Im Zuge des SETI Projektes ist viel Software entstanden unter anderen für Signalverarbeitung, -erkennung und -analyse, sowie für die Verteilung von Prozessen. Der nun freigegebene Sourcecode erlaubt jeden diese weiterzuentwickeln. Amazon hat dazu  S3 Speicherkapazität mit  40 terabytes fuer Daten und  45K Stunden EC2-CPU Leistung monatlich für den Zeitraum von 5 Jahren gesponsert. SETI verspricht sich von diesem Projekt eine grosse Effektivitaet, da die Comminity in selbstaendig anpassen und verbessern kann. Im Rahmen der SETIcon 2010 wurde zu dem Thema ein erstes Treffen von Entwicklern unter der Leitung von Dr. Tartner veranstaltet, die sich damit schon befassen und weitere Möglichkeiten zu besprechen. Weitere Aktivitäten um neue Anwendungen z.B. für Mobile Geräte zu erstellen und das Projekt im Internet bekannter zu machen sind ausserdem geplant.   (AE)

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SETIcon 2010 – Teil 3: SETIquest, Menschen wie du und ich suchen mit
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