http://www.joeysopinion.com/2009/06/bing-google-and-yahoo-have-chat.html

Google vs Search Alliance

Die SES San Francisco 2010 ist natürlich nicht nur ein Treffpunkt von SEO Managern, Agenturen und Technologiefirmen, sondern auch von jenen die diesen Zweig der Internet-Wirtschaft erst ermöglicht haben: Den Suchmaschinen. Nachdem Google lange Zeit der defacto-Monopolist war, hat sich die Search Alliance – der Zusammenschluss von Yahoo und Bing – zu einem ernsthaften Konkurrenten mit 30% Marktanteil gemausert.

Beide Suchmaschinenbetreiber hatten daher allen Grund im Rahmen der Ausstellung sowie in Vorträge ihre Produkte näher vorzustellen und sich zu positionieren.

Mit der Integration der Social Media Suche in Bing Social oder Google Realtime, den neuen Webmaster Tools und der Werbeplattform „Panama“ sind Microsoft und Yahoo  technologisch mit dem Unternehmen aus Mountain View gleichgezogen. Auf der Konferenz nahmen beide Unterernehmen die Möglichkeit wahr sich zu positionieren – dabei schlugen beide unterschiedliche Töne an.

Google Commerce Search Commercial Solution

Gut programmierte Shops könnenin der Regel eine Conversion Rate zwischen Unique Users und ausgeführter Bestellung eine Ratio von 3% erreichen. Die wirklich herausragenden Shops erreichen aber inzwischen laut eMarketer bis zu 17% Conversion Rate. Als einer der Schlüsselfaktoren ist die Nutzerfreundlichkeit und die Schnelligkeit der Produktsuche bei grossen Produktpaletten genannt worden.Besonders die Geschwindigkeit wird hier genannt, da Suchergebnisse die länger als 3 Sekunden benötigen, die Abbruchquote hochschnellen lassen und 90% der Nutzer über diesen Faktor in Shops frustriert sind.

Daher ging Nitin Mangtani, Senior Product Manager von Google ausführlich auf sein Produkt „Commerce Search“ ein, welches im letzten November gestartet ist und im vorigen Monat ein Update auf Version 2.0 erfahren hat. Mit dem Produkt möchte Google den Shopbetreibern einen wichtigen Schlüsselaspekt abnehmen, der sonst im Rahmen von Eigenentwicklung teuer betrieben werden muss.

SmartFurniture mit Commerce Search und Auto Completion

SmartFurniture mit Commerce Search und Auto Completion

Bei der Suche werden dabei Suchergebnisse schnell und zügig dargestellt. Der Shopbetreiber kann dabei vielerlei Einfluss nehmen. Die Darstellung der Suchergebnisse, die Art, Unterteilung, ja selbst wie was übersetzt wurde und Sortierung der Filter sowie die Möglichkeit, gezielt Promotions und Ergebnisse für jede einzelne Produktart zu unterteilen, ist dabei flexibel. Als Einsatzfelder wurden unter anderen Birkenstock, ChemistDirect und SmartFurniture vorgestellt.

Einige Kennzahlen als Durchschnittswerte für 6 Referenzkunden wurden hier genannt, die den Nutzen demonstrieren sollten:

  • Steigerung der Nutzungshäufigkeit der Suche: 80%
  • Steigerung der Suchgeschwindigkeit: 144%
  • Anzahl der Such Transaktionen: 101%

Endergebnis war eine Umsatzsteigerung von 6% in wenigen Wochen, wobei die Integration in den Birkenstock-Shop mit 3 Wochen angegeben wurde. Google nannte das Grundprinzip für seine Commerce Search Entwicklung, dass man sich an die Aufgabe für den Nutzer konzentrieren würde, und nicht um Featuritis der Betreiber Rechnung zu tragen.

Keep the job done, do not keep the job funny

Sicher ist, dass ergomische Kriterien eine einfache und besonders schnelle Suche von Vorteil sein sollte. Wenn man sich allerdings sich die Liste der Verbesserungen in 2.0 ansieht, schien Google dann doch am Ende den Kunden, der Geld für Commerce Search hat, im Blick zu haben:

  • Integration ohne Programmierung
  • Backoffice für Marketingagentur, Handelskunden und Administratoren
  • Filter Konfiguration („Facet Control“)
  • Ranking Regeln (unter Hinweis, man solle da so wenig wie möglich eingreifen und den Google Algorithmen die Arbeit machen lassen)
  • Zeitgesteuerte Promotions

Allerdings kamen auch einige Funktionen für den Nutzer dazu, insbesondere die aus Google bekannte Auto Completion, was von Google als die mit Abstand beliebteste Funktion genannt wird. Ebenso ist das Spellchecking, was ähnliche oder verwandte Begriffe findet, und damit den Nutzer schneller zum passenden Produkt führen soll. Wie gut diese allerdings in unterschiedlichen Sprachen ist wurde nicht weiter erwähnt. Ob die Integration der Commerce Suche in Google Analytics in Deutschland wirklich gut ankommt, darf jedoch eher bezweifelt werden. Am Ende wird der Konsument damit noch gläserner und Google gelangt an noch mehr Daten. Andererseits sind gute und personalisierte Lösungen für den Nutzer von Vorteil – werden nach den Online Kasinos also bald die Shopbetreiber in andere Länder mit weniger Datenschutz abwandern ?

Einerseits argumentierte Google damit, dass das Unternehmen in effizienten und flexiblen Suchen eine herausragende Erfahrung besitzt, andererseits sind die Preise mit ab 25.000 USD/Jahr auch wieder erheblich. Es jedoch mit anderen und schnellen Suchen im eigenen Shop zu probieren, die Vorteile der Auto Completion, der Filtertechnik und der Promotions im Rahmen von A/B Tests zu erproben, kann sinnvoll sein. Am Ende sollten nicht die persönliche Vorstellung über einen Shop wichtig sein, sondern konkrete Analysen über Umsatzveränderungen. Die API und die ersten Frameworks mit Codebeispielen machen auf jeden Fall einen guten Eindruck. Wobei die Lösung – schon wegen des Preises – nur für wirklich grosse Shops wichtig ist. Seine Stärken könne das System bei Systemen mit nur wenig tausend Produkten auch kaum ausspielen.

Google neue Advertising Produkte

Devin Sandoz, Product Marketing Manager, Google AdWords stellte die aktuellen Entwicklungen im Anzeigenbereich von Google vor. Unter Hinweis, dass Google Adwords dieses Jahr 10 Jahre alt geworden ist, stuft Google selbst den Dienst als grossen Erfolg an. Weitere neue Innovationen sollen den Kunden tiefere Einblicke auf Nutzerverhalten mit dem Ziel der Effizienzsteigerung eröffnen.

Ziel ist, dass die Suche und das Anzeigenformat höhere Click-Through-Rates mit einen automatisierten Bidsystem und Conversions erreichen soll. Die Anzeigen sollen selbst auch qualitativ hochwertiger werden, indem sie mehr und mehr auf die Suchen der User angepasst werden. Nutzer werden wie bereits auf Facebook nur noch Anzeigen zu sehen bekommen, die sich immer mehr an ihren Suchanfragen  orientieren. Der Trend zu einer weiteren Personalisierung und damit verbundenen Datensammlung wird sich  also noch verstärken. Etwas, was besonders deutsche Datenschützer ungern hören dürften.

Insgesamt wurde der Platzierung der Anzeigen ein weites Feld eingeräumt. So soll es möglich sein, seine Anzeigen im Hinblick auf Keywords, Gebotsänderungen, usw. in ihren Auswirkungen zu testen. Dafür hat Google mit Google ACE ein neues Experimentiertool bereitgestellt und ein Open Beta dafür gestartet. Sie sollen Anzeigenkunden ihre Conversion Rate verbessern und damit ihr ROI steigern können.

Ein weiterer Schwerpunkt für Google – anders als übrigens für die Search Alliance von Bing und Yahoo – sollen die Anzeigen für mobile Endgeräte werden, um den User „on the go“ erreichen. Auch dafür werden den Suchanfragen entsprechende, auf den User angepasste Anzeigen präsentiert, um bessere Conversions zu erreichen. Gezahlt wird auch hier nach dem üblichen „click per call“ Schema. Google investiert nun, ähnlich wie Twitter und auch Yahoo!, sehr in den Bereich der Location Based Services. Dazu kommen gezieltere Werbetools in Zusammenspiel mit YouTube. Unter http://www.google.com/ads/innovations/ stellt Google einen allgemeinen Überblick bereit und erlaubt auch die Suche nach zertifizierten Google-Marketingagenturen

Search Alliance – jetzt wird es ernst

Auf der Roadshow vor einigen Wochen kündigten Yahoo und Microsoft an, dass zwischen August und September die Umstellung auf Bing erfolgte. Am 17. August war es für USA und Kanada soweit. Als erste Region nutzt Yahoo nur noch ausschliesslich den Bing-Suchindex. Damit ist die Kooperation der beiden Unternehmen im Zeitplan.

Im wesentlichen wurden sonst die Informationen der Roadmap wiederholt. Schwerpunkt waren die selben Ratschläge für Kunden und Agenturen gegeben, was sie im Rahmen der Umstellung beachten sollte. Ein neuer Hinweis war, dass ab 1. Oktober 2010 sich die Crawler nicht mehr mit msnbot melden werden, sondern mit bingbot identifizieren werden. Bis dahin sollten die entsprechenden Zugriffsregeln auf Basis der User Agent Identifikation angepasst werden.

Vielen SEO Agenturen und Technologieunternehmen war auch diesmal die Auswirkungen auf Ihre Arbeit wichtig, da hier weiter teilweise Unklarheit herrscht.

So kommentierte Jim Boykin, Experte für Link Building Strategie von der Firma WeBuildPages die Situation bezogen auf Yahoos Site Explorer wie folgt:

Looks like it’s Dead Now!

Aktuell stehen in den Bing Webmaster Tools kein vergleichbares Tool zur Verfügung. Ein Teil der daten des Site Explorers (jedoch nicht alle) wurden jedoch übernommen. Microsoftvertreter erläuterten, dass an einer API gearbeitet werden würde. Bis dahin wäre der beste Weg, mit Hilfe von Webrequests sich die zur Verfügung gestellten CSV-Dateien aus den Webmastertools automatisch herunterladen. Jedoch umfassen die Daten dort just nicht die Backlinkanalyse. Das wäre ein Thema, mit den man jetzt begonnen hätte, nachdem in den letzten Wochen sich viele deswegen besorgt zeigten. Für andere Länder steht der Site Explorer weiter zur Verfügung, bis auch dort der Index umgestellt wird.

Der bleibende Eindruck

Beide Unternehmen umwarben auf der SES unterschiedliche Zielgruppe. Während Google mit neuen Produkten für die Agenturen und Kunden im Bereich Suchtechnologie und Pay-per-Click zu punkten, umwarb Yahoo/Bing eher die Suchmaschinenagenturen mit den Vorteilen der Zusammenarbeit und führt damit die Strategie im Rahmen der Roadshow vor einigen Wochen weiter. Der Eindruck verfestigt sich, dass die nächsten Jahre im Zeichen der Konkurrenz stehen werden. Für die SEO Agenturen, den PPC-Diensten und  für den Nutzer dürfte dies aber einige Fortschritte mit sich bringen.  (FS)

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Ein Kommentar zu “SES 2010: Battle Hymn of the Searchengines”

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