SVB Crowdsourcing

Crowdsourcing

Ein neuer Begriff macht die Runde: Crowdsourcing. Darunter wird erstmal delegieren von Arbeit, welche traditionell von einem selbst oder einem Mitarbeiter durchgeführt wird, verstanden. Von klassischen Outsourcing unterscheidet es sich jedoch, dass die Aufgaben an einer undefinierten, in der Regel große Gruppe von Menschen in Form einer offenen Ausschreibung auf entsprechenden Plattformen veröffentlicht werden.

Diese Plattformen bringen Anbieter (häufig aus Westeuropa und Nordamerika) mit Anbietern (häufig aus Südostasien und Osteuropa) zusammen.

Der Bereich Crowdsourcing kann dabei verschiedene Schwerpunkte umfassen. So sprach Patrick McKenna (CEO, Keniks) sprach erst vor kurzen auf der CrowdConf 2010 in San Francisco von drei Arten von Crowdsourcing.

  • Transaktiv – transactional – finde einen Haufen Geld mit transaktionalen Aufgaben
  • in Beziehung zueinander – relational – verstehe, wie viel die Transaktion wert ist (Kostensenkung, Qualitätssteigerung, Optimierung)
  • Kreativ – creative – baue einen Prozess, der der Masse nutzt und ihr eine Schnittstelle zur Optimierung der Transaktion bietet.

Beispiele solcher Crowdsourcing-Plattformen die häufig mit Micropayment Funktionen einher gehen seien hier aufgezählt:

Amazon Mechancal Turk bietet Aufgaben in vielen Kategorien an. So ist es möglich Excelsheets hochzuladen und Adressdaten manuell abgleichen und korrigieren zu lassen. Oder die händische Optimierung von Bildern ist genauso möglich, wie die Definition von Zielgruppen um eigenständig Umfragen durchzuführen. Eine API ermöglicht die Integration dieses Dienstes auch in eigene Programme. Dabei werden die einzelnen Aufgaben mit einen Gebühr versehen, wie z.B. 1ct pro korrigierten Datensatz. Die Aufgabe wird dann gegebenenfalls auf viele Menschen verteilt, so das sie auch kurzfristig durchgeführt und fertiggestellt werden. So nutzt ein Fotodienst-Anbieter in den USA diese Möglichkeit um Bilder über Nacht seiner Kunden manuell optimieren zu lassen, um sie am nächsten Tag zu produzieren.

Anders gelagerte Beispiele sind Dienstleistungs-Auktionsplattformen wie 99designs. Hier können Webdesign, Logo oder Twitterpage Designarbeiten ausgeschrieben werden. vworker – früher unter den Namen Rent-a-Coder bekannt – bietet Programmier- und HTML/CSS-Codierarbeiten an. Hierbei werden Aufgaben ausgeschrieben und man erhält dann Angebote für die Umsetzung. Der Prozess ist – bis hin zur Abwicklung von Vertraulichkeitsvereinbarungen und Zeitplanung – durchorganisiert, so das es hier wenig Probleme gibt. Ein Bewertungsystem für Diensteanbieter und Kunden erlaubt darüber hinaus den richtigen Anbieter auszuwählen, was nicht zwingend immer der günstigste Anbieter sein muss. Auch die Erteilung des Zuschlages an mehr als einen Anbieter zu erteilen um eigene Risiken zu minimieren. Im Umfeld der Softwareentwickler bewegt sich auch der Anbieter utest. Hierbei werden Anwendungen von Testern aus den Bereich Online, Desktop, Mobile und Games getestet und Reports generiert.

Der Kachingle Process

Der Kachingle Process

Anders gelagert ist das Angebot von Kachingle. Hierbei wird Nutzern die Möglichkeit gegeben, Inhalte von Zeitungen aber auch Blogs zu bewerten und ggf. auch aus dem eigenen Budget kleine Zahlungen zuzuwenden. Besonders einfach geht das mit in Browsern wie Firefox und Chrome. Dabei kann eine Erweiterung installiert werden, mit deren Hilfe man für Blogs der New York Times spenden kann, um die Informationen frei zugänglich zu halten. Ein vergleichbarer Anbieter mit Schwerpunkt Europa ist Flattr. Dieser Micropaymentdienst wird unter anderen von der taz, vorwaerts.de und vielen Bloggern wie Tim Pritlove oder Holger Koepke genutzt.

Noch mehr in Richtung Micropayment Dienst geht das auf der Blogworld 2010 vorgestellten Dienst von BookBrewer in Kooperation mit der amerikanischen Buchkette Borders. Dabei wird Bloggern ermöglicht Artikel über ein bereitgestellten RSS-Feed zu eBooks wandeln zu lassen, die im ePub Format verbreitet werden. Ähnlich wie bei dem vom Betreiber des Silicon Valley Blog weiter entwickelte eBook Generator. Jedoch wird bei Borders auch eine ISBN Nummer vergeben und über den E-Book-Marktplatz von Borders, Amazon und anderen für unterschiedliche Lesegeräte gegen einen vom Autor festgelegten bereitgestellt. Der Dienst wird allerdings kostenpflichtig. Das Basispaket schlägt mit 90 USD, dass erweiterte mit 200 USD zu buchen. Im Basispaket ist die Zuteilung einer ISBN Nummer enthalten. Dazu kommt eine Provisionsgebühr pro verkauften Buch. Im erweiterten Paket erhält auch der Autor ein ePub File, was er weiterverbreiten kann. Ob sich das für die meisten Blogger lohnt, sei dahingestellt.

Die Bandbreite von Crowdsourcing ist groß und es ist möglich, nahe zu alles über Crowdsourcing laufen zu lassen. Auch Investoren haben das Thema entdeckt. So hat utest erst vor kurzen einen zweistellige Millionenbetrag von Investoren einsammeln können.

Mit der ersten CrowdConf-Konferenz wurde erst vor kurzen in San Francisco das Thema weiter professionalisiert. (FS)

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3 Kommentare zu “Crowdsourcing – das neue Outsourcing”

Jörg J. Buchholz

… im deutschen Sprachraum auch gerne als „Krautsourcing“ bezeichnet …

Michael

Schön, dass das Thema so langsam in der Blog-Szene wahrgenommen wird. Es gibt auch deutschsprachige Startups und Dienste in diesem Bereich, exemplarisch seien hier mein Untenehmen designenlassen.de (Logo- und Webdesign) und clickworker (ähnlich mechanical turk) genannt.

t3n.de/socialnews

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