Blogworld at Mandalay Bay

Blogworld at Mandalay Bay

Wie schon seit 2007, trifft sich auch in diesem Jahr die Blogszene in Las Vegas auf der Blogworld & New Media Expo. Vom Las Vegas Convention Center ist dieses Jahr in das Conference Center des Hotels Mandaley Bay umgezogen worden.

Neben anderen Konferenzen und Ausstellungen, wie die Web2.0 als Technologie-Konferenz und die SES, als eher Marketing-orientiert, hat sich die Blogworld & New Media Expo als das „Mekka“ der Inhalteproduzenten der New Media etabliert. Wir hatten die Gelegenheit, im Mandalay Bay unter anderen mit Rick CalvertGründer und CEO der Blogworld & New Media Expo zu sprechen, und berichten auch von einigen Schwerpunkten der Konferenz.

Die Keynote wurde von Scott Stratten, Betreiber des Blogs unmarketing gehalten. Seine Keynote generierte den Grundton der gesamten Veranstaltung, denn er sprach alles an: Es geht um die Inhalte auf den Blogs, es geht um die Menschen die es lesen und es geht um die Regeln und Fehler, die in diesen neuen Medium gemacht werden.

Auf eine deutliche Art brachte er den Bloggern näher, worauf man achten sollte und worauf nicht. Besonders den Agenturen und Unternehmen machte er deutlich, dass Blogs und Social Media nicht ihre Rettung ist, sondern nur wenn Sie insgesamt ihre Kommunikationsstrukturen im Unternehmen und in der Kommunikation mit den Lesern bzw. Kunden ändern.

If your product sucks, social media make it sucks harder

Scott Stratten

Scott Stratten

Er nannte Beispiele, die zeigten, wie sich Unternehmen in Probleme bringen können. Dabei waren nicht nur die bekannteren Fälle wie Whirlpool oder United Airlines gemeint, sondern im  Zweifelsfall auch das Cafe um die Ecke. Im Internet gibt es keine verantwortliche Marketingabteilung und alle Anderen in einen Unternehmen hatten bislang nichts mit Marketing zu tun. Jetzt sind alle im Marketing.

Er brachte das Beispiel von Dark Horse Express aus Toronto. Eine Kundin merkte einmal auf Twitter an, dass die Hälfte der Kunden mit Laptops im Cafe sitzte, aber nur eine einzige Steckdose verfügbar wäre. Die Antwort auf Twitter war, dass man ja Kaffee und nicht ein Büro anbieten möge und man solle doch mal den Laptop zuklappen und den Kaffee geniesen. Das erzeugte dann zwar nur einen kleinen Twittersturm, aber es schädigt halt auch kleine Unternehmen, seine Kunden nicht ernst zu nehmen.

Er gab auch paar Anregungen, die entgegen dem Mainstream gehen. Er rät beispielsweise, Captcha und Kommentarmoderation abzuschalten. Wenn ein Leser kommentieren will, sollte man ihn nicht  mit einer unleserlichen Captcha-Nachricht oder der Nachricht „You comment wait moderation“ ärgern, nur um paar wenige Spams manuell abzufangen. Dann lieber Akismet nutzen und mit den Rest leben.

Auch solle man sich immer wieder erinnern, dass nicht die Plattform, sondern die Inhalte etwas erfolgreich machen. Ein Video ist erfolgreich, wenn die Leute es cool finden und darüber reden. Ob dieses auf YouTube, Usteam oder auf dem eigenen Blog steht ist dann schnell unerheblich.

Trillions of videos on youtube, most about cats

Schwerpunkte und Nicht-Schwerpunkte

Während auf der SES beispielsweise das Thema ROI – in der Regel als Return of Investment, nicht als  Return of Ignorance verstehen – ein Schwerpunkthema war, war es auf der Blogworld genau das nicht. Der Grund in die Inhaltsproduktion einzusteigen ist in der Praxis nie der ROI, es ist die Begeisterung für ein Thema oder der Wunsch mit anderen in Kontakt zu treten.

Blogworld in Las Vegas

Blogworld in Las Vegas

Das war auch der eigentliche Grund für den Gründer der Blogworld, Rick Calvert, eine Konferenz wie die Blogworld zu etablieren: Eine Konferenz rund um die Inhalte und dieses neue Medium. Nicht Social Media, Web 2.0 Technologie oder Online Marketing.  Begriffe wie „Encourage“ und „Passion“ waren die häufig genannten Begriffe auf der Blogworld, gefolgt von dem Wort „Cats“, aber das ist eher ein anderes Thema.

So wie ROI keine grosse Rolle spielte, so wurden auch Themen wie „SEO für Blogs“ auf das wesentliche reduziert. Gute Inhalte sind gut für Suchmaschinen und sind die beste SEO Massnahme. Weitere SEO-Tricks oder Keywordmonitoring wie für Webseiten, ist für Blogs in der Regel nicht notwendig.  Scott Stratten brachte das das schon in der Keynote auf den Punkt:

The best SEO is write great, awsome content

Melissa Lacitignola von zappos.com sagte schon in der Diskussion mit Frank Eliason von Citibank (früher Comcast Care), der beste Erfolg ist immer noch, wenn jemand auf Grund eines Beitrages, eines Dienstes oder eine Reaktion eines Unternehmens über ein Social Media Kanal sagt *wow*.

Die Themen auf der Blogworld waren breit gestreut. Sie reichten von Diskussionsveranstaltungen von Bloggern, Agenturen und Unternehmen über Case Studies im Social Media Bereich bis hin zu Themen wie Sex & Politik in Social Media.

Zum umschauen…

Neben der Konferenz gab es auch die Gelegenheit eine Messe rund um Thema zu besuchen. Diese wurde schon dadurch interessant, weil die Aussteller sich doch erheblich von  z.B. denen der SES unterschieden. Natürlich waren auch Anbieter wie Google, YouTube vertreten, aber eben auch viele kleine oder neue Anbieter.

Neben den Blog-spezifischen Anbietern, war auch Lexmark mit ihren neuen Multifunktionsgerät Genesis vertreten, die US Army und Ford, auf der Suche nach Teilnehmern für ihren Ford Focus Rally. Es lohnte sich an vielen Ständen stehenzubleiben und einfach sich erklären zu lassen, welche unterschiedlichen Ziele und Möglichkeiten die Anbieter vertraten.

New Media Late-Night Show

Ein Highlight war dann noch die Abschlussveranstaltung: Aufgebaut wie eine Late-Night-Show war Rob Burnett von My Damn Channel der Gastgeber. Begrüßt wurden Jeffrey Hayzlett, ehemaliger Kodak-CMO und Autor des Buches „Der Mirror Test“, Adam Carolla von der gleichnamigen Internet Show, der Komödiant Mark Malkoff, the Podcasterin Cali Lewis mit Ihren Angebot GeekBeat.TV und Penn Jilette von der Zaubershow Penn & Teller über sein Videoblock PennPoint.

Dabei war besonders beeindruckend, wie qualitativ hochwertig die Adam Carolla Show, PennPoint oder GeekBeat.TV  und die anderen Angebote sind. Die Erzählungen, wie die Sendungen bzw. Artikel entstehen, produziert und vermarktet werden, unterscheidet sich nicht mehr groß von professionellen Produktionen. Die Gründer dieser Angeboten waren vorher häufig als TV- und Radiomoderatoren tätig und diesen Hintergrund spürte man deutlich. In Verbindung mit entsprechenden Techniken die den Zugriff in Zukunft einfacher gestalten werden wie Roku, Google-TV oder Apple-TV, sollten auch die klassischen TV-Sender anfangen sich jene Sorgen zu machen, die heute schon die schreibende Zunft haben.

Über das Interview mit Rick Calvert und über weitere Schwerpunkt-Themen und -erkenntnisse wird hier im Silicon Valley Blog in den nächsten Tagen berichtet. (FS)

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