Google trifft Titanic

Google trifft Titanic

Der Churchill Club, bekannt für seine hochkarätigen Events, wird 25 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum fand am 27.10.2010 in San Jose, Kalifornien ein Event mit Essen und Kamingespräch statt.

Eingeladen waren zwei  der ganz Grossen innerhalb ihres jeweiligen Sektors: Eric Schmidt, CEO von Google unterhielt sich mit James Cameron, Filmemacher und Umweltaktivist. Von der Arbeit von James Cameron über Umweltthemen, Kameratechnologien, Social Media und Politik-Bashing, war thematisch alles vertreten.

Der Google CEO listete zu Anfang die Erfolge von Cameron auf: Rambo, Alien, Terminator, Titanic um nur einige zu nennen, und lobte seine Risikobereitschaft, technisch immer wieder neue Wege zu gehen, welches ganz im Geiste des Churchillclubs steht. Aber was kommt danach, fragte er den Produzenten und Regisseur. Dieser eröffnete dem begeisterten Publikum, dass zwei Fortsetzungen des erfolgreichsten 3D Films aller Zeiten, nämlich Avatar, geplant sind. Im Jahr 2014 kommt Avatar II und ein Jahr später Avatar III ins Kino kommen.

Dafür will Cameron neue Technologien entwickeln und nutzen, insbesondere um mehr über das Meer von Pandorama und die dortigen Lebensformen zu zeigen. Das setzt voraus unter Wasser auch 3D Aufnahmen zu ermöglichen, was eine neue Optik verlangt. Diese Technik soll auch fuer Dokumentationen in der Tiefseeforschung genutzt werden. Ausserdem plant er eine neue höhere Aufnahmegeschwindigkeit mit 48 oder 72 Bilder pro Sekunde. Dazu werden die Möglichkeiten geprüft werden. Auch aus dem Grund wird die Produktionszeit für die folgenden Filme mehrere Jahre betragen.

Für Avatar wurde beispielsweise eine Technik entwickelt, um die Gesichter mit allen Ausdrücken der Charakter aufzunehmen, um diese dann nachzubilden auf den Gesichtern der Navi. Jeder Schauspieler musste über ein Zeitraum von 9 Monaten aufgenommen werden.

Dafür, dass er das alles erneut auf sich nehmen würde gebe es einen bestimmten Grund, so Cameron. Was du auch machst, mache es mit Leidenschaft und erinnere dich daran, wie gerne du es machst! Die Erkenntnis hat er auf dem Set in Wellington, Neuseeland gewonnen wo es ein anstrengenden Tag hatte und sich fragte, wieso dreht er Avatar. Es muss ein Grund geben und er musste sich selbst schlagen um daran zu erinnern, dass er diese Art von Arbeit mag.

Remember, that you like it – James F. Cameron

Mehr über die Storys der zukünftigen Avatar Filme könne er natürlich nichts sagen.

Unter dem Meer

Kamingespräch Eric Schmidt mit Jim Cameron

Kamingespräch Eric Schmidt mit Jim Cameron

Aktuell produziert Cameron den Höhlenthriller Sanctum . Er zeigte sich sehr daran interessiert, den Ozean zu untersuchen, denn dort sei es noch möglich, als Pionier neue Welten zu entdecken. Wir hätten keine Vorstellung davon, was uns dort erwarten würde; es sei wichtig, zu verstehen, zu begreifen und zu schützen. Nur dann sei es möglich, Dinge zu verändern im Dienste der Menschlichkeit, Erde und Ozean. Camerons großes Vorbild hierbei sei Jacques Cousteau.

Sobald ein vernünftiges Fahrzeug für Unterwasserexpeditionen jeglicher Tiefe entwickelt werden würde, wäre er der Erste, der sofort mitführe. Dabei freue er sich auf “Google Ocean” wie er anmerkte und lud Eric Schmidt ein, ihn zu begleiten: „Oceanview“ als neue Projektidee für Google.

Every movie has a teaching moment – James Cameron

Unter den Sternen

Cameron will die 3D Technologie auf den Mars bringen, da er entsprechende Kameras entwickelt. Er ist Mitglied im NASA Beratungsteam für das Mars Science Lab mit dem Curiosity Rover. Es gab ein Problem mit einer der Kamerasysteme die nicht mit dem Antriebssystem optimal zusammenarbeite. Dadurch bekam er die Gelegenheit die NASA zu überzeugen, die Kameralinsen gegen andere zu ersetzen, die auch Zoom ermöglichen würde. Wenn Camerons Team die Kamera schafft rechtzeitig zu liefern, dann wäre es aber damit aber möglich den ersten 3D-Film auf einen anderen Planeten zu drehen.

Die 3-D Technologie sei näher am Menschen, als jemals zuvor. So würden 3D Filme dabei helfen, ein besseres Verständnis für die Umwelt zu entwickeln, da es viel plastischer sei und dadurch dem Zuschauer realer vorkommen würde. Und diese Technologie stünde erst am Anfang. Die große Herausforderung bestünde darin, die Bildauflösung der Geräte drastisch zu erhöhen. Auch habe Untersuchungen mit Babys gezeigt, dass diese auf 3D besser und aktiver reagieren und lernen  würden, als mit der traditionellen 2D Technik. Cameron setzt dieses daher ganz bewusst ein: Jeder Film kann lehrsam sein!

Potential der Veränderung liegt in Europa

Avatar ist auch die Geschichte eines Kulturschocks. Es ist ein Lehrstück für Toleranz, Offenheit, Respekt und soll auch dafür sorgen, dass die Menschen ihre Augen für den Folgen ihres tuns öffnen: „I see you!“.

Es sei dem menschlichen Bewusstsein nur zu gegenwärtig, dass die Verbindung zur Natur zunehmen verloren ginge, so der aktive Umweltschützer.Wegen dieser ihm wichtigen Kernbotschaft wurde der Film auch damit beginnen und damit enden, wie ein Mensch die Augen öffnet.

Cameron hatte sich auch kurz vor der Veranstaltung am Nachmittag zuvor mit Gouverneur Schwarzenegger getroffen, wo beide eineAllianz gegen die sogenannte Prop 23 bildeten. Dieses geschah in einem Live Webcast und auch die Werbefilm ging dazu online. Bei dieser Abstimmung geht es darum, dass texanische Ölfirmen erreichen möchten, dass viele der kalifornischen Umweltgesetze ausser Kraft gesetzt werden.

Eric Schmidt berichtete aus der Erfahrung aus seiner eigenen Firma: Google unterstützt Umweltschutzprojekte, hat aber auch massiv im eigenen Unternehmen viele Massnahmen ergriffen um „grüner“ zu werden. Aus dem einfachen Grund, weil mittel- und langfristig „grün“ zu sein, Geld spart, die Umwelt schont und einfach „richtig“ ist. Das ignorieren von Regierungen und den „so called Leaders“ über die wissenschaftlichen Erkenntnisse, bezeichneten beide als kriminell.

Beide vertraten, dass  sich drastisch etwas in unserem Umgang mit der Erde verändern müsse. Cameron verglich die aktuelle Lage zur Klimaveränderung mit Tollwut. Auch da würde präventiv etwas getan werden, nicht erst wenn die Symptome auftreten – dann wäre es zu spät. Es gäbe keine Zeit mehr zu verschwenden, da die Auswirkungen doch erst für unsere Enkelkinder sichtbar wären. Keiner will den Anfang machen, alle haben Angst, in ihrer Freiheit beschnitten zu werden. Wichtig seien daher Bildungsmöglichkeiten für alle, da das der Schlüssel zu allem sei. Das größte Potential, mit der Veränderung zu beginnen, sieht er in Europa, wo mehr Bewegung als in China und USA wäre.

Eine einzige Welt durch Social Media

Viele Besucher, gutes Essen

Viele Besucher, gutes Essen

Social Media, darüber waren sich beide einig, hat ein gigantisches Potential Einfluss zu nehmen. Es ist die Stimme der Menschen. Durch diese technische Errungenschaft, wird die ganze Welt zu einer Ersten Welt. Sogar die Naturvölker im Amazonasgebiet würden bald über Computer verfügen und können so am Weltgeschehen aktiv teilnehmen und sich auch selbst dazu äußern. Social Media zwingt die Politiker zum Handeln, wenn sie größere Schäden vermeiden wollen. Die Ereignisse in Iran zeigten, dass Regierungen den Informationsfluss immer weniger kontrollieren könnten.

Die Veranstaltung endete mit einigen neuen Erkenntnissen über die Personen auf dem Panel und die Themen hatten andere Schwerpunkte, als man vorher vermuten konnte. Tollwut, Ausserirdische, Ozean, Mars, Umweltschutz, Politik und 3D-Kinoerfolge liegen näher beieinander als man manchmal denkt. (FS/AE)

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Kamingespräch über blaue Wesen mit Tollwut
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