Zufahrt zum Parkplatz

Besuch bei Mrs. Knotts

Das Silicon Valley Blog berichtet nicht nur über Social Media und SEO-Themen, sondern auch über Themen für Besucher. Nach den Universal-Studies kommt diesmal ein Bericht über den Besuch des Freizeitpark Knotts Berry Farm. Dieser ist in Los Angeles, nahe des Walk of Fame von Hollywood und damit ca. 6-8 Fahrstunden von der Bay Area entfernt. Für US-Verhältnisse also noch relativ nah.

Wer aus der Bay Area nach Los Angeles fährt sei dabei geraten trotz der längeren Fahrzeit über die CA-1 zu fahren. Die Route ist sehr viel schöner und anspruchsvoller, als der Weg über die 101.

Grundlage für den Wunsch einen Freizeitpark zu besuchen, mögen sehr unterschiedlich sein. Oft weiss der Besucher dabei nicht, ob seine Vorstellung vom Thema des Parks mit der Realität übereinstimmt.  Daraus leitet man nach dem Besuch ab, ob der in amerikanischen Freizeitparks üblich hohe Eintrittspreis gerechtfertig war oder nicht. Welches Thema wird dann von einem Park mit Namen Knotts Berry Farm zu erwarten sein?

Der Name ist dem Ursprung des Parks im Jahre 1934 geschuldet. In diesem Jahr servierte Mrs. Cordelia Knotts erstmals ein Hühnerabendessen auf ihrem Bauernhof, der bislang für den Anbau von Beeren (Boysenberries) bekannt war. Der Park bezeichnet sich daher selbst als Americas ältester Freizeitpark. Heute begrüssen zudem die Figuren von Charles M. Schulz den Besucher: die Peanuts.

Der Park befindet sich im kalifornischen Buena Park, das südwestlich von Los Angeles zu finden und gut über den Santa Ana Freeway (I5) erreicht werden kann. In der Nähe befindlich ist der Flughafen von Long Beach, von dem auch Shuttletransfers zum Park gebucht werden können. Als Unterkunft bietet der Park ein eigenes Resorthotel, es gibt aber auch Alternativen in der nahen Umgebung, die den Geldbeutel weniger stark beanspruchen. Man sollte vor einem Besuch Tickets online kaufen, da diese deutlich günstiger sind, als an der Tageskasse. Eine weitere Alternative sind die z.B. in Hotels der Umgebung ausliegenden Couponhefte, die Ermäßigungen des Eintrittspreises gewähren.

Spinning-Coaster Sidewinder in Camp Snoopy

Sidewinder

Der Park bietet eine gute Mischung von Fahrattraktionen, die für alle Alterstufen geeignet sind. Wendet man sich am Eingang nach rechts, so erreicht man das Camp Snoopy. Hier finden sich zahlreiche Attraktionen, die sich an die jüngsten Besucher  richten. Auf der Camp Snoopy Bühne treten Charly Brown und seine Freunde auf. Flyer mit Showzeiten werden am Eingang zusammen mit dem Parkplan verteilt. Ein besonderes Fahrgefühl bietet die einzige Achterbahn in diesem Parkabschnitt: der Spinning Coaster Sidewinder. Die Achterbahnwagen bieten 4 Personen Platz und drehen sich zusätzlich um die eigene Achse.

Folgt man dem Weg am rechten Rand des Geländes weiter erreicht man einen südamerikanisch thematisierten Bereich. Dort findet sich die erste Herausforderung an Mut und Standfestigkeit: Der Shuttle-Loop Montezoomas Revenge. Diese vom deutschen Achterbahnkonstrukteur Anton Schwarzkopf entworfene Anlage beschleunigt den Zug aus dem Stand und besteht lediglich aus einem Looping und zwei Rampen, die vorwärts und rückwärts durchfahren werden. Der Eingang zu einer weiteren Achterbahn befindet sich ganz in der Nähe: Jaguar! Er ist in einem Tempeleingang ‚versteckt‘.

In der rechten hinteren Ecke befindet sich 2 Attraktionen, die der Besucher aufgrund ihrer Höhe schon ausserhalb des Park wahrnimmt. In Supreme Scream erlebt man den freien Fall. Nur für wahre Thrillseeker geeignet ist eine der Haupattraktionen des Parks: die Achterbahn Xcelerator.

XCelerator

Neben einem Abschuss, der durch einen Magnetfeldantrieb realisiert ist, wird man annähernd senkrecht in die Höhe und in die Tiefe katapultiert. Moderne Achterbahnen wie diese, erfordern ein hohes Maß an Sicherungseinrichtungen für den Fahrgast. Vor diesen Anlagen findet man einen Testsitz, in dem man prüfen kann, ob man in den Sitz passt, bzw. die Sicherheitsgurte geschlossen werden können. Man erspart übergewichtigen Gästen so ein überflüssiges Warten in der Warteschlange, obwohl eine Fahrt nicht möglich ist.

Im hinteren Bereich des Park befindet sich eine weitere Achterbahn mit Überschlagselementen: Boomerang. Hier werden in kurzer Zeit 3 Überschlagselemente vorwärts und rückwärts durchfahren. Dabei treten hohe G-Kräfte auf, so dass ein stabiler Kreislauf neben einer gehörigen Portion Mut mitzubringen sind. In diesem Bereich findet sich auch ein asiatisches Fast-Food-Restaurant, das dem Besucher eine Alternative zu Burger und Fritten bietet. Das Gastroangebot des Parks ist überschaubar und verzichtet auf grosse Restaurantbereiche mit hohen Gästekapazitäten. Stattdessen findet man kleinere Restaurants und Snackstände, die gut über den Park verteilt sind. Man findet auch Angebote wie die Chickenwings von Mrs. Knotts oder die „Berry Punch“ Limonade, die an die Ursprünge des Parks erinnern.

In der linken hinteren Ecke findet sich die neuste Fahrattraktion der Pony Express. Es handelt sich um eine Achterbahn, die aufrechtsitzend gefahren wird, also etwa vergleichbar mit dem Sitzen auf einem Pferderücken. Die Beschleunigung des Zuges geschieht auch hier horizontal über einen modernen Magnetantrieb. Allerdings sind die Fahrfiguren sehr moderat und die auftretenden Kräfte nicht mit den „Gewalten“ grosser Anlagen zu vergleichen. Ein besonderes Fahrgefühl, das man derzeit in Deutschland noch nicht erleben kann. Das größte Showtheater des Parks: Das Charles M. Schulz Theater mit 2000 Sitzplätzen findet sich ebenfalls in der hinteren linken Ecke. Bei meinem Besuch zu Halloween gab es tagsüber dort keine Show, da dort abends eine Grusel-Zaubershow stattfand.

Holz-Achterbahn in LA

Holz-Achterbahn in LA

Auf dem Rundgang folgt nun die Wildwest Geisterstadt. Hier finden sich weniger Fahrattraktionen als Geschäfte und weitere Snackangebote vornehmlich mit Sitzplätzen im Freien. Neben einer weiteren Hauptattraktion, der Holzachterbahn Ghostrider, findet sich in diesem Parkteil auch der direkte Zugang zum Parkhotel. Amerikanische Freizeitparks werden gerne mit grossen Holzbahnen in Verbindung gebracht. Auch die Skyline der Farm schmückt eine solch beeindruckende Konstruktion. Die Fahrt ist holperig und die Wagen springen. Es sind weniger aufwendige Fahrfiguren möglich, als auf den Anlagen aus Stahl. Und doch ist die Fahrt mit einer solchen Bahn ein ganz besonderes Erlebnis. Viele negative G-Kräfte heben den Fahrgast dabei aus dem Sitz. Besonders im letzten Wagen eines Zuges kann man diesen Spaß erleben. Während Konkurrent Disney den Besucher nach einer Fahrt oftmals durch einen Shop schleust, flaniert man hier an den Stores vorbei. Das Ziel ist natürlich gleich, aber die Methodik weniger offensiv.

Mistery Lodge

Mistery Lodge

Die Show Mistery Lodge, die sich ebenfalls im Ghost Town Bereich befindet, verbindet indianische Tradition mit moderner Präsentationstechnik. Ein Shamane berichtet aus seiner Welt, was durch projezierten Rauch und andere Illusionen eindrucksvoll begleitet wird. Anders als europäischen Parks sind Shows grundsätzlich auf Englisch ohne das man die Möglichkeit bekommt, eine Übersetzung zu erhalten. Bringt man jüngere Kinder mit hat man also die Aufgabe Übersetzer zu spielen. Gleiches gilt für die benachbarte Stunt Show. Hier kann das Publikum teilweise in umfunktionierten Planwagen platznehmen, um dem Geschehen zu folgen. Das relativ kleine Theater erhält so eine eindrucksvolle Atmosphäre, in dem  man wie hinter den Palisaden eines Forts sitzt. Die Stunts haben eine hohen Anteil an Faustkampfszenen, die durch comichafte Soundeffekte unterstützt werden.

Zum Ende des Rundgangs findet sich im Zentrum des Parks der Inverter Silver Bullet. Ein Inverter zeichnet sich dadurch aus, dass man unter der Schiene mit den Beinen in der Luft fährt. Es handelt sich hier um eine Anlage des schweitzer Achterbahnherstellers Bolliger & Mabillard, der für seine hohe Qualität bekannt ist. Weiche Übergänge zwischen den einzelnen Figuren machen die Fahrt trotz der extremen Elemente nicht zur Qual. Die Bahn ist aufgrund der Größe beeindruckend, die man so in Deutschland bislang nicht findet. Im Phantasialand in Brühl bei Köln, wurde vor einiger Zeit eine ähnliche Bahn eröffnet, die allerdings in den Boden eingelassen ist und daher weniger durch pure Größe/Höhe beeindrucken kann.

Im heissen Kalifornien wünscht man sich zuweilen ein kleine Abkühlung.  Besonders das Rafting namens Bigfoot Rapids ist bei meinem Besuch als besonders nass aufgefallen. Der Park hat zum Trocknen der Gäste Fön-Kabinen aufgestellt, die allerdings auch mit 5 USD bezahlt werden müssen. Für die Wasserachterbahn Perilous Plunge kann ich leider keine Aussagen machen, da sie bei meinem Besuch nicht in Betrieb war.

Sollte man Unzufrieden äußern oder andere Fragen an den Parkservice haben, so findet man an der Information links des Eingangs helfende Mitarbeiter. Allgemein ist das Personal sehr freundlich und hilfsbereit in allen Problemlagen. Eine Eigenschaft, die in deutschen Parks noch nicht immer als normal anzusehen ist. Ein Besuch des Parks zu publikkumsschwachen Tagen ermöglich es alle Rides an einem Tag zu schaffen. Im Normalfall wird man dies aufgrund längerer Warteschlangen nicht erreichen. Weitere Besuchstage könnten dann notwendig werden, wenn man sich als Ziel setzt, alle Attraktionen besucht zu haben.

Der Eindruck Achterbahnen bildeten eine Schwerpunkt des Park lässt sich nicht bestreiten. Durch die vielen unterschiedlichen Bauformen, wird dies aber nicht zu einseitig und selbst Nicht-Achterbahnfahrer können ihren Spaß haben, da die Shows ein gutes Alternativprogramm bieten. Klassische Darkrides wie Disneys „Pirates of the Carribean“ findet man bei Knotts allerdings nicht. Die Gestaltung der Anlagen ist mit viel Liebe gemacht und es fällt auf, dass auch Gastro und Merchandise thematisch dem jeweiligen  Bereich angepasst sind.

Wer schöne Gestaltung und Atmosphäre erwartet oder auch nur den Nervenkitzel sucht, ist bei Mrs. Knotts an der richtigen Adresse und wird bei einem Eintrittspreis von derzeit 54 USD sagen, der Park sei es wert gewesen.  (MW)

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Ein Besuch bei Mrs. Knotts und ihrem Hund
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