Augmented Reality

Augmented Reality

Bei der Augmented Reality (AR) geht es um Echtzeit – Bilderfassung. Auf dem Display überlagern Informationen und Grafiken das gezeigte Bild auf unsere Echtzeit-Sicht in der Welt um uns herum. AR hat großes Potential als neues Medium für Spiele, Unterhaltung, Bildung und Arbeit.

Im Unterschied zur Virtual Reality (VR) die komplett virtuell ist, sind bei der AR echte Bilder mit virtuellen kombiniert. Es ist wichtig, dass mit den Dingen, die eingeblendet werden, in irgendeiner Weise interagieren kann.

AR ist intuitiv bedienbar und es müssen nur Teile implementiert werden, anders als bei der VR wo die gesamte Umgebung geschaffen werden muss.

Das Ganze hört sich sehr nach einem Thriller an, wo sich der Agent eine Brille aufsetzt und alle Informationen zu seiner Umgebung bekommt, je nachdem in welche Richtung er schaut. Aber genau so funktioniert AR auf dem Handy. Das Handy ermittelt den genauen Standort und legt eine virtuelle Welt über die reale. Stadtführungen werden so zu einer Erlebnisreise, ist es nun möglich detaillierte Informationen über historische Gebäude zu bekommen, oder auch Bilder zu sehen, wie es beispielsweise vor 100 Jahren an dieser Stelle ausgesehen hat. Geschichtsunterricht wird so zu erlebter Geschichte.

Was für Informationen spielen mit rein?

Es gibt Sensoren, wie die optische Kamera, die die Lage im Raum, wie ein Kompass oder das GPS, scannen, um die genaue Position zu bestimmen. Das sind sogenannte Marker, welche die Informationen, die dazu kommen und nicht in der Realität existieren. Das kann eine Art der Bilderkennung sein, oder es können auch zufällige Dinge (Random Registrations) hinzugefügt werden wie Möbel, Aliens, komplette Gebäudestrukturen, etc.

Die Herausforderung an AR ist es, dass das Handy erkennt, in welche Richtung der Betrachter mit der Kamera gerade schaut. Diese Eigenschaft hebt es deutlich von einem Reiseführer ab. So ist möglich, dass auch Kurzfilme übergeblendet werden. Es gibt Applikationen wie Tweeps Around, die den Lifetwitterstream der Umgebung einblenden, was zu einer Live Interaktion mit anderen Usern und Freunden führt.

Es sind Informationen, die zu einer Darstellung hinzugefügt wird, aber auch im industriellen Umfeld gibt es die Möglichkeit, Audio Informationen hinzuzufügen. Ein sehr hilfreiches Feature bei Bedienungsanleitungen – wer ist nicht schon verzweifelt, was der nächste Schritt beim Aufbau eines Regals ist? AR kann den nächsten Schritt anzeigen und simulieren. In der Millitärtechnik wird es bereits angewendet, so gibt es Anleitung für die Wartung von Panzern.

Einsatzmöglichkeiten

Google geht da sogar noch einen Schritt weiter: Mit Hilfe von Goggles ist es möglich, sich POI’s via einer Websuche von der aktuellen Umgebung anzeigen zu lassen. Faule Zeitgenossen kommen bei JC Penney in den Genuss einer virtuellen Umkleidekabine. Dort kann die aktuelle Produktpalette anprobiert werden, ohne dass das Haus verlassen werden muss.

Auch immer mehr große Unternehmen binden die AR in ihre Produktpalette ein. Lego hat es auf verschiedenen Verpackungen implementiert, wird diese dann unter eine Spezialkamera im Laden gehalten, wird das Produkt aufgebaut dargestellt und ist von allen Seiten zu betrachten, so wie die Packung gerade gedreht wird. Adidas hat es in eine bestimmte Serie ihrer Schuhe eingebaut. Eine Anwendung ist, Spiele zu spielen indem die Füße bewegt werden, bei einer anderen, ist der Schuh direkt vor die Laptop Kamera zu halten.

Über Spiele gesprochen, mehrere AR Firmen haben sich genau auf dieses Thema spezialisiert. Die Umsetzung ist vielfältig. Es gibt beispielsweise die AR.drone mit der live Games in der echten Umgebung gespielt werden können. Gesteuert wird diese mit dem IPhone welche die Bilder von den Kameras der Drone empfängt. Übergeblendet werden dann die „Feinde“. Ein ähnliches Prinzip verfolgt das AR Game Ghost Hunter. Mattel hat eine Anwendung, mit der das alte Spiel Rock’em – Suck’em rein virtuell mit Hilfe von einem „Spezialpapier“ gespielt werden kann.

Welt in der Welt

Ein Renner ist Tonchidot in Japan. Dieses nutzt die AR um live Items mit anderen Teilnehmern zu teilen. Eine eigene Welt in der Welt.

Desweiteren bietet diese Technologie auch einen Blick in die Zukunft an: Auf Rohbauten eingesetzt, gibt es einen Eindruck, wie das Gebäude fertig aussehen wird. Nicht auf dem schnöden Plakat am Bauplatz, nein, richtige Rundgänge sind möglich wobei es aus allen Perspektiven bestaunt werden kann.

Aber auch in den Wohnungsmarkt hat die AR Einzug gehalten. Unter anderem hat Immonet ein kostenloses App für die Wohnungssuchen mit Hilfe von AR herausgegeben. Der Interessent geht durch die Stadt und freie Objekte werden angezeigt, es ist auch möglich, die Suche auf den eigenen Bedarf anzupassen.

AR kann auch Gesichtserkennung realisieren. Das ist aber mit der Dose der Pandora zu vergleichen. Ein Foto von einem beliebigen Menschen kann zu allen online verfügbaren Informationen über die Person führen. Es gibt auf jeden Fall viele Anwendungsbereiche und ob diese sinnvoll sind oder nicht wird wohl erst die Zeit zeigen. (AE)

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AR: Die Büchse der Pandora
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