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CES 2011: Egal was genutzt wird – Microsoft wird schon da sein!

Steve Ballmer CES 2011 SVB [1]

Steve Ballmer auf der CES 2011

Die Microsoft Keynote war dieses Jahr deutlich besser als im letzen. Der Betrieb gab eine gute Übersicht über bestehende und zukünftige Produkte bekannt und versuchte die ganze Präsentation wie eine TV-Show aussehen zu lassen. Wirklich Neues gab es aber nicht zu berichten. Steve Ballmer, CEO von Microsoft [2] stellte zunächst die Produktpalette vor. Diese reicht inzwischen bekanntlich über TV, X-Box, Windows Phone und die traditionellen Windows PCs. Bei seiner Vorstellung der X-Box nannte er interessanterweise nur Spiele wie Halo, Call of Duty, Splinter Cell und Fable. Er hob das System X-Box 360 deutlich hervor: damit kann der Spieler alles kontrollieren. 2010 war das erfolgreichste Jahr für die Konsole. Die Kinect für die X-Box bringt sie in ein anderes Level der Unterhaltungsindustrie. In den ersten 60 Tagen nach ihrer Einführung habe sie sich bereits acht Millionen mal verkauft, allerdings bezieht sich diese Zahl auf die Auslieferungen an den Handel und nicht an den Kunden, wie später präzisiert wurde. Zu Weihnachten wurden mehr als 50 Millionen der Konsolen verkauft, so PR Manager David Dennis. Damit ist sie zur Nummer 1 aller Konsolen in Nordamerika innerhalb der letzten sechs Monate aufgestiegen. In Kombination mit X-Box live stehen dem Anwender nun viele Möglichkeiten zur Verfügung. Die Community wächst kontinuierlich, alle zwei Sekunden komme ein neues Mitglied hinzu und schon jetzt zählt sie mehr als 20 Millionen aktive Nutzer.

Nach einer kurzen Demo wurden weitere Neuerungen präsentiert. So kann die Konsole mit Hilfe der Kinect nun sprachgesteuert werden. Dazu wird sie direkt angesprochen: „X-Box: resume my movie!“ Es erinnerte stark an die Star Trek Filme, wo auch da immer der Computer direkt angesprochen wurde, wenn er eine Aufgabe zu erfüllen hat. Die Xbox ist außerdem Netflix und Zune kompatibel und dieses Jahr im Frühling wird auch noch Hulu adaptiert werden.

Aber Microsoft geht noch einen Schritt weiter. Die Kinect [3] bekommt dieses Jahr ein weiteres neues Feature, das „Avatar Kintect“ [4]. Damit ist Gesichts- und Körpererkennung mit Hilfe der Kamera möglich, womit der User den Gesichtsausdruck und Gesten seines Avatars steuern kann. Es wurden uns virtuelle Räume gezeigt, wo es möglich ist, sich mit seinen Freunden weltweit zu treffen: Alle Avatare waren in einem Raum versammelt, saßen in einem Stuhlkreis zusammen und der User steuerte sein eigenes Avatar. Im Prinzip eine andere Art einer Telefonkonferenz mit Kamera.

Ein weiteres Augenmerk legte Microsoft auf sein Windows Phone 7. Dieses ist ebenfalls mit der X-Box verbunden und es können damit Mini-Spiele zu dem eigentlichen Spiel gespielt werden und alle Achivements die dort erreicht werden, sollen automatisch an die X-Box live gesendet werden. Dieses System ist vor zwei Monaten implementiert worden und soll sehr gut ankommen. Das Smartphone sei so konzipiert worden, dass es möglichst einfach für den Benutzer gehalten ist. So werden alle wichtigen Programme und Funktionen die Windows bietet auf einem Gerät vereint. Schon jetzt gäbe es über 54.000 Apps und mehr als 20.000 Entwickler. Desweiteren wurden automatische Updates erwähnt, wo sich der Nutzer nicht zu sorgen hat, immer den neuesten Patch auf dem Gerät zu haben. Das Phone hat einen eigenen Kameraknopf, mit dem spontan diese Funktion ausgelöst werden kann, ohne umständlich in den Apps suchen zu müssen. Sprachsteuerung, automatisches synchronisieren im eigenen Netzwerk und die Benutzerfreundlichkeit wurden immer wieder hervorgehoben.

Alles in allem war es nichts wirklich neues über das Smartphone. Ein weiterer Bereich stellten die neuen Windows Computer dar, welche von den Partnern von Microsoft entwickelt werden. Augenscheinlich geht der Trend zu kleinerer, schnellerer Hardware mit lange Batterielaufzeit und intelligenten Touchscreens.Während die zuerst genannten Features von jedem Computernutzer gewünscht sind, ist der Touchscreen teilweise schon interessant. So arbeitet Arcer an einem Dual-Screen-PC der anstelle einer Tastatur einen weiteren Screen hat, welcher auch über eine Tastatur, ähnlich die der Tablets verfügt, womit dann normal gearbeitet werden kann. Und Windows wird zukünftig nicht mehr alleine auf die Prozessoren von Intel setzen. So wird das nächste Version des Betriebssystem auch für ARM und andere Architekturen zur Verfügung stehen. Gezeigt wurde das u.a. auf Druckern und ARM Architekturen. Anders als bei allen vorherigen Versionen des Systems, welche sich immer an Intel orientiert haben und auch dafür optimiert wurden.

Ballmer meinte dazu:

Egal welches Gerät genutzt wird, Microsoft wird schon da sein!

Dieses Zitat wurde am Abend dann bei den Mashable Award [5]s vom Komiker Baratunde Thurston auch aufgegriffen und mit

„Oh Nein, nicht schon wieder!

Über ein mögliches Tablet von Windows schwieg sich der Microsoft CEO jedoch aus.  Desweiteren wurde gezeigt, wie schnell der neue Internet Explorer 9 mit HTML 5 innerhalb dieser Technik funktioniert – flüssig und problemlos.

Nichtsdestotrotz war es immer eine Frage der Leidenschaft, wie die einzelnen Parts vorgetragen wurden. Alles wurde wortwörtlich von Telescreens abgelesen, was einige Sprecher zwar routinierter aber nicht sympathischer erscheinen ließ. Desweiteren waren auch alle Präsentationen Videoaufzeichnungen, sodass sich die Frage stellt, ob es in der Praxis wirklich so reibungslos funktionieren wird. (FS/AE [6])