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Samsung Sliding-PC; Quelle: Samsung

Auf der CES 2011 in Las Vegas präsentierte Ben Bajarin sein Wissen über Tablets und darüber, ob diese Technologie der Weg in die Zukunft ist. Der Director von Consumer Technology Practice zog Vergleiche zwischen Apple und den Android Modellen und sprach über die ideale Kombination verschiedener Geräte.

Die Tablet Hersteller haben erkannt, wer die Kunden sind und was sie wollen. Dazu muss gleichzeitig im Auge behalten werden, dass sich der Markt momentan stark am verändern ist. Signifikant dafür ist, dass der Kunde inzwischen gebildeter ist und genau weiß, was er will – oder eben auch nicht. Die User wollen ein intuitiv bedienbares Device das nur über Berührungen und Gesten zu steuern ist. Mit einem Tablet ist ersteres möglich, letzteres mit entsprechendem Zubehör auch, wenn auch die Steuerung über reine Gesten noch in den Kinderschuhen steckt.

CES 2011 SVB Ben Bajarin

Ben Bajarin

In diesem Jahr werden 46-48 Millionen Menschen Tablets nutzen. 90% für den privaten Gebrauch und nur 10% für Business. Und die Zahlen sind am steigen: 80-85 Millionen werden für 2012 erwartet und im Folgejahr sogar 145 -150 Millionen von denen dann schon 30% die Geräte rein geschäftlich nutzen werden.

Intuition ist alles

Durch ein Tablet ist der User mobiler und es hat größere Kapazitäten als ein mobiles Telefon. Im Prinzip füllt es die Lücke aus, die zwischen dem Telefon und dem PC entstanden ist. Es stellt sich die Frage, ob es den PC über kurz oder lang von Markt verdrängen kann. Schon jetzt ist es eine sehr entspannende Erfahrung für den Kunden um ins Internet zu kommen und Videos zu schauen. Durch die intuitive Bedienung sind kaum Fehler oder großartige Systemausfälle zu erwarten, anders als bei jedem anderen Computer, wo „aus Versehen“ schnell wichtige Steuerungsdateien gelöscht werden können.

Ein weiteres, wichtiges Argument ist der geringe Energieverbrauch. Durch die verwendeten ARM Prozessoren sind die heutigen Prozessoren nicht mehr mit Geschwindigkeit gleichzusetzen sondern mit Energieeffizienz.

Durch die Apps, die oftmals für Fernseher, Smartphone und Tablet gleichzeitig zu nutzen sind, wird die Software optimal integriert. War das Smartphone im generellen eine eher persönliche Erfahrung, so ist die mit den Tablets eine geteilte. Durch das größere Display und allerlei zusätzlichen Gadgets ist es ein Multifunktionsgerät. Anzudenken wäre auch ein Tablet, das ähnlich wie das Chrome Notebook funktioniert – alle wichtigen Informationen werden im Web abgelegt und sind auch als Apps dort vorhanden. Warum nicht auch ein Tablet personalisieren, mit den Informationen und Apps des jeweiligen Benutzers, nach entsprechendem Login.

Das Apple und das Android Modell

Apple hat sich ein eigenes Eco-System geschaffen mit einer hohen Loyalität von Seiten der User aus. Alle Geräte arbeiten zusammen aber auch getrennt. Datensynchronisation ist kein Thema und die einzelnen Geräte können den eigenen Wünschen entsprechend angepasst werden.

Das Android Modell hingegen ist ein offenes System und der User wird nicht auf eine spezielle Hardware festgelegt und von daher auch weniger Markenloyal. Der Erfolg stellt sich über die Endgeräte ein, aber nicht über die Hardware. Schlussendlich landet der Nutzer immer wieder bei der Google Android Oberfläche. Der Suchmaschinengigant hat aber im Vergleich zum Konkurrenten Apple relativ wenig in diese Oberfläche investiert und bessert noch immer nach.

Mobilität ist das A und O

Da ein Tablet viel mobiler und leichter als ein Laptop ist, wird es überall hin mitgenommen. Von daher sollten sich die Hersteller viel stärker auf die Location Basierende Angebote konzentrieren und dem Nutzer dann die entsprechenden Informationen liefern, wo die besten Restaurants sind, die besten Einkaufszentren oder andere Angebote in der näheren Umgebung.

Ein Tablet ist aber keine Einzellösung. Schlussendlich scheint aber die Kombination eines herkömmlichen Desktop PCs und eines Tablets die ideale Lösung zu sein. Für unterwegs oder das bequeme surfen vom Sofa aus, vor dem Fernseher reicht durchaus ein Tablet. Für erweitere Aufgaben, Arbeit oder Spiele soll der Nutzer dann an seinen eigentlichen PC gehen – Arbeit und Privates werden so getrennt.

Was will der Kunde?

Der Erfolg eines Tablets richtet sich also nach einer innovativen Hardware und dem kleinen, aber feinen, Unterschied, was es anders als herkömmliche macht. Der Prozess geht von Hardware über die Software zum Service. Momentan stecken wir aber noch in der Softwarephase, es ist noch nicht im geringsten abzusehen, was für Möglichkeiten sich in der Zukunft ergeben werden.

Für die Hersteller von Tablets ist also wichtig, dass sie wissen, wer ihre Kunden sind und welche Bedürfnisse sie haben. Diese sollten in die Entwicklung und Software eines neuen Tablets einfließen mit der bisherigen Erfahrung der Kunden oder eines bestehenden Gerätes. Am Ende ist ein Tablet, was nur wenige Unterschiede zum iPad hat, wird keinen Markterfolg erreichen.

Auch wenn sich Apple mit dem iPad auf eine bestimmte Bildschirmgröße festgelegt hat, kommt das nur halb so große Pad von Samsung sehr gut bei den Usern an. Sehr vollständig und aktuell von der Hardware ist das Xoom von Motorola, was gezielt auf Funktionen setzt, die beim iPad fehlen.

Einen anderen Ansatz hat  Panasonic, das zusammen mit seinen neuen Fernsehern ein Android Tablet rausbringt. Primär dient diese als Fernbedienung, kann aber auch als Tablet genutzt werden.

Ebenso interessant ist das Gerät von Lenovo LePad, da es je nach Modus als Laptop unter Windows 7 oder als Tablet unter Android läuft. damit wird das Problem entgegangen, dass ein voll funktionsfähiger Laptop unter MacOS und Windows erst seine volle Leistungsfähigkeit erreicht. Gleichzeitig ein Tablet eine klare, schnell nutzbare Oberfläche braucht.

Von HTC kommt ein Tablet mit Namen Scribe. Das läuft mit einer Tecra CPU und war eines der wenigen Geräte, die schon mit einer Vorversion von Honeycomb.

Kein Tablet, aber ein spannender Ansatz ist das Acer Iconia. Anstatt einer Tastatur, hat der Laptop einen zweiten Monitor. Je nachdem was benötigt wird, ist es ein MultiTouch Eingabedevice, eine virtuelle Tastatur, Teil der Bildschirmausgabe oder dient als Menü z.B. zur Datei- und Bildauswahl.

Am Ende werden aber die Apps entscheiden, den diese schaffen die Flexibilität die benötigt wird, dass eine Tablet in den unterschiedlichsten Anwendungsfälle genutzt werden kann. (AE/FS)

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CES 2011: Tablets – eine neue Ära
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