Macworld Neustartversuch

Macworld Neustartversuch

Alle Jahre wieder – die Macworld in San Francisco. Im letzten Jahr hatte die Messe darunter zu leiden, dass weder Apple als Aussteller vertreten war, noch Apple mit einer Keynote neue Produkte ankündigte. Wie lief es dieses Jahr ?

In der Vergangenheit war die Macworld immer zeitgleich zur Consumer Electronic Show in Las Vegas. Dieses Jahr wurde die Messe daher verlegt und fand nun 3 Wochen nach der CES statt. Dabei ist sicherlich zu sagen, dass die Macworld besser lief als im Vorjahr. Es ist also damit zu rechnen, dass der Wettbewerb zwischen Macworld und CES im Hinblick auf Appleprodukte weitergehen wird.

So nutzten diverse Hersteller die Macworld, um ihre neuen Produkte vorzustellen und auch mit Messeangeboten den Verkauf anzukurbeln. Neben der inzwischen üblichen grossen Anzahl von Herstellern von Schutzhüllen und Geräteständern, waren auch klassische Entwicklungsfirmen für Soft- und Hardware vertreten.

Durecell stellte neue Flashspeicher vor, die je nach Verpackung direkt mit Inhalten als Bonus geliefert werden. Man kann dabei zwischen Geräten mit Musiksongs, fertig installierte Software wie z.B. Corel MediaOne Plus, E-Books von audible.com oder einer Version der Encyclopaedia Britannica wählen.

Server für den Hausgebrauch

myditto im Heimnetz, (c) Duracel

myditto im Heimnetz

Am selben Stand wurde mit myDitto ein Netzwerkserver für den Hausgebrauch gezeigt, der schon seit letzten Jahr verfügbar ist. Mit der aktuellen Softwareversion erlaubt der Server den Zugriff durch Windows, Mac und Linuxsysteme (inkl. Ubuntu) und soll besonders einfach installierbar sein. Sie können als Backup genauso genutzt werden, wie als Fileserver oder als Streaming Server für Musik und Video, sowie als iTunes Server. Bestückt werden kann der Server von 500 GB (eine Festplatte) bis zu 2 TB mit zwei Festplatten und RAID1 Spiegelung.

Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, ein USB Stick anzuschliessen. Mit der dort installierten Software kann jederzeit auf einen fremden Rechner überall auf der Welt auf die Daten des Home Servers verschlüsselt zugegriffen werden. In Europa ist der myDitto schon in UK, Frankreich und einigen anderen Ländern verfügbar. In Deutschland ist das Gerät auch bei einigen Anbietern für einen Preis um die 300 Euro (mit 2TB) zu beziehen.

Noch mehr Server für den Hausgebrauch

Drobo FS Fileserver

Drobo FS Fileserver, (c) www.drobo.com

Mit Drobo stellt ein weiterer Anbieter sein Produkt vor. Drobo FS bzw. die Modelle DrobePro und DrobeElite sprechen aber eher den professionellen Heim- und Büroanwender an. Auch hier wird Wert auf besonders einfache Installation und Pflege gelegt. Die Geräte sind je nach Ausführung ohne Festplatte zu beziehen oder in der Profi-Fassung mit der DroboElite mit bis 8 Festplatten und 16 TB Speicher. Die Pro Geräte bieten dabei redudante Netzwerkanschlüsse und erlauben einen Spiegelmechanismus zu konfigurieren, der mehrere DrobeElite-Systeme gesynct hält

Die Drobo FS für den eher Hausgebrauch kann bis zu 8 TB in 5 Festplatten fassen und zeigt übersichtlich mit LEDs an, ob eine Festplatte getauscht werden oder der Backupbereich ausgeweitet werden muss. Anders als die Lösung myDitto erlaubt diese jedoch auch die Nutzung unter Mac mit Hilfe vom Apples eleganter Backuplösung Time Machine. Wie schon auf der CES, wo jeder Hersteller heute einen AppStore bereithält, hat auch Drobo für seine Geräte diesen Ansatz gewählt. So gibt es Apps um einen Bittorrent-Server aufzusetzen, oder das Gerät mit einen SSH- und Apache Server verfügbar zu machen. Natürlich ist es auch möglich damit das Drobo zum Medienserver auszubauen oder gar Perl zu installieren um eigene Anwendungen zu entwickeln.

Beide Geräte – Drobo FS und my-Ditto – erfüllen in der Praxis ihre Aufgabe. my-Ditto als Fileserver ist selbst für Datenaustausch über Kontinente hinweg erfreulich effizient. Backup mit Drobo FS arbeitet auf einen Mac über Time Machine, wie eine Apple Time Machine und verseht ohne Probleme seinen Dienst.

Festplatten ohne Server, eher nicht für den Hausgebrauch

Diverse Anbieter wie OWC zeigten mit der Mercury Auro Pro SSD-Speicher für Macbooks. Als wesentlicher Vorteil wird dabei hervorgehoben, dass ein Macbook mit SSD deutlich schneller wirkt.

Preislich liegt die 120 GB SSD Platte bei 220$ , die 240GB Variante bei 480$. Für die 480GB-Variante müssen jedoch stolze 1.530$ bezahlt auf den Tisch gelegt werden.

Noch mehr zu finden …

Spannungsgrad endlich

Spannungsgrad endlich

iFusion kündigte mit dem iFusion Phone eine Dockingstation in Form eines klassischen Bürotelefones an. Es dient zum Aufladen und syncen des iphones, kann aber auch über Bluetooth sich mit dem Gerät koppeln und so klassisches Telefon-Feeling mit einen Hörer erzeugen. Das Gerät soll in den USA ab April 2011 zum Preis von 150-170$ verfügbar sein. Aktuell kann man also noch ohne lautes klassisches Telefonklingeln ruhig schlafen.

Von MirrorOp kommt ein neues Gerät mit dem Namen McTiVia. Versehen mit WLAN, USB-Eingang und HDMI Ausgang erlaubt es die Verbindung von heimischen Fernseher mit einen im Netz befindlichen Windows oder Mac-Syste. Es ist möglich die Ausgabe seines Macbooks auf den Fernseher ohne Kabel zu senden. Es ist aber auch möglich an dem Gerät eine Funk-Tastatur und Maus anzuschliessen und so mit einen Rechner remote zu arbeiten der sich in einen anderen Stockwerk befindet. Das Gerät ist in den USA für 200$ zu beziehen.

Ein erster Praxistest des McTiVia machte jedoch keinen überzeugenden Eindruck. So war die Übertragung bei direkter Verbindung mit dem Gerät von einen Mac aus zwar sehr gut, jedoch besitzt man dann kein Internet über WLAN mehr. Theoretisch sollte das Gerät auch über das heimische Netzwerk ansprechbar sein, aber trotz Deaktivierung der Firewall war dies nicht möglich. Wieso am Ende die Software mit einen Activation Key versehen ist, obwohl sie nur mit einen McTiVia zusammen überhaupt arbeitet konnte sich mir ebenfalls nicht erschliessen – besonders, da der Key mit 0,O,I,L,1, usw. versehen war – und damit es mühsam war, den richtigen Key zu ermitteln.

Eine andere Remote Control Lösung ist SplashTop Remote. Die Software erlaubt es einen Windows PC oder Mac von seinem iPhone oder iPad zu steuern. Die Installation ist sehr einfach und es funktionierte schnell und einwandfrei. Die Steuerelemente können je nach Anwendung zugeblendet werden, so das Präsentationen aber auch Desktop Nutzung sehr stabil ablaufen. Der Server für Windows und MacOS ist kostenlos, die App selbst kostet nur 1,99$ in Apples AppStore.

iGrill auf iPad, (c) gizmodose

iGrill auf iPad

Natürlich kann man nicht nur sein Mac, sondern auch sein Steak nun besser fernsteuern. iGrill ist ein Grill-Thermometer mit Sensor. Die Daten werden via Bluetooth auf ein iphone oder iPad übermittelt. So hat man immer die Innentemperatur des Grillfleisches im Blick und kann damit in einen Abstand von bis zu 60 Meter merken, dass es (noch nicht) verbrannt  ist.  In den USA ist es zum Preis von 100$ in Apple Stores zu kaufen.

Die Videoausgabe ist sehr flüssig, jegliche Steuerung reagiert im eigenen Netz ungewöhnlich zügig. Auch Audio wird einwandfrei umgeleitet. Eine virtuelle Tastatur und vereinfachte Navigationen wie einblendbare Cursortasten, Zoom- und Verschiebungsfunktionen machen die Nutzung eines entfernten Rechners sehr angenehm. Sei es um Präsentationen abzuspielen oder Videos abzuspielen, ist die Lösung sehr gut nutzbar.

Eher in die Kategorie „Möchte man wirklich so gesehen werden“ zählt der TV Hat. Es ist eine Mütze mit verlängerten Schirm. Dabei kann man am Ende ein iphone in den Hut und so ohne andere zu stören einen Film geniessen. Wenn man von eventuellen Lachanfällen von Menschen in der Nähe absieht.

Und 2012 ?

Ob die Macworld weiter bestehen wird, dürfte sich noch zeigen. Wider erwarten zeigte sie aber dieses Jahr in San Francisco Überlebswillen. Der Wettbewerb mit dem grossen Konkurrenten aus Las Vegas wird aber sicher nicht einfacher. Die CES hat mit der iLounge ein eigenen Apple-Bereich dieses Jahr geschaffen. Viele Hersteller waren auf beiden Messen vertreten, was auf Dauer wenig Sinn machen wird. Dabei war die CES überaus erfolgreich und konnte schon vor einigen Tagen verkünden, dass die gesamten 4.650 qm iLounge Fläche für 2012 schon gebucht sind. Es bleibt als Apple-Fan weiter schwer zu entscheiden, welche Messe man besuchen sollte. (FS)

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Macworld 2011 – Ende nicht in Sicht
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