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Soziale Suchmaschinen

Social Search or Search be Social ? [1]

Social Search or Search be Social ?

Was ist das beste Suchmaschinen Ergebnis, wenn wir beispielsweise nach einem neuen Staubsauger suchen? Die Firma, die SEO am besten beherrscht, wird die Suche für sich entscheiden. So war es zumindest in der Vergangenheit. Nun hat der Suchmaschinengigant Google, ein weiteres Feature zu seinem Suchalgorithmus hinzugefügt: Die soziale Suche [2].

Der neue Algorithmus ist prinzipiell nichts neues: bereits im Oktober 2009 stellte Google [3]das Feature der sozialen Suche auf seinem Blog vor und im August 2010 war dies auch auf der SES 2010 schon ein Thema [4]. Es beinhaltet die Einbeziehung der Social Media Plattformen innerhalb der Anfrage, genauer gesagt die Timeline der eigenen Freunde und Kontakte. Nur musste es bislang noch „per Hand“ aktiviert werden und die Ergebnisse erschienen nicht innerhalb der normalen Liste der Suchergebnisse sondern in einem extra Bereich auf der Seite.

Google Profile [5]

Google Profile

Nur eine Voraussetzung ist notwendig

Das hat sich geändert [6]. Nach wie vor ist die Voraussetzung ein Google Account mit einem öffentlichen Profil. In dem sollten alle Kontakt- und Profilinformationen eingetragen sein, sprich alle anderen Möglichkeiten, den User zu erreichen und sich mit ihm zu verbinden (Twitter, Facebook, YouTube, Flickr, Friendster, Blog, LinkedIn, amazon, etc). Je mehr, desto besser für die Suche [7]. Google wird die eingetragenen Plattformen in die Suche mit einbeziehen und relevanten Content hervorheben – unter Anderem mit dem Bild des Users und dessen Statement. So wird nicht nur das eigene Netzwerk nach relevanten Inhalten [8] durchsucht, sondern es wird zusätzlich angezeigt, was die eigenen Kontakte für empfehlenswert halten. Bringen die eigenen Kontakte keine Ergebnisse, werden deren Kontakte mit einbezogen. Es ist eine virale Suche.

Wir sharen nicht mehr – wir liken!

Aber auch Bing schläft nicht. Mit seinem Dienst Facebook-Connect [9] versucht diese Suchmaschine bereits ähnliches zu erreichen. Beide – Google und auch Bing – arbeiten eng mit Facebook und Twitter zusammen. Dazu hat Facebook seinen Share-Button  abgeschafft [10]. Es gibt nur nur noch das „like“. Dieses ist auf den ersten Blick viel Benutzerfreundlicher. Das lästige „freischalten“ beim Share entfällt komplett. Augenscheinlich geht die Plattform davon aus, dass die User eher unbedacht „liken“ als „sharen“ [11]. Desweitern ist es nicht mehr nur eine kleine Zeile, sondern ein kompletter Statusupdate [12]. Das wird dadurch direkt in die soziale Suche mit einfließen.

Was bedeutet das für SEO?

Zukünftig wird nicht mehr alleine das Entscheidende sein, wer das beste SEO [13] für seine Webseite zur Anwendung bringt. Vielmehr ist die individuelle Meinung der eigenen Kontakte ausschlaggebend. Mögen diese ein bestimmtes Unternehmen nicht, wird es deutlich später oder gar nicht innerhalb der Suche angezeigt werden. So ist schlussendlich ein gutes Produkt, guter Customer Care und eine gute Adaption der Social Media notwendig, um im Wettbewerb zu bleiben.

…und für meinen Staubsauger?

Für meine Staubsauger Suche bedeutet das, dass mir die Aussagen und Produkte angezeigt werden, die meine Freunde oder deren Kontakte für relevant halten. Durch das Bild unterhalb des Ergebnisses sehe ich sogar, wer es gesagt hat. Dieser visuelle Kick hat eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Wir alle hören eher auf die Empfehlung unserer Freunde, als auf das, was uns die Werbung verspricht.

So wird die soziale Suche in Zukunft immer stärker und wichtiger werden. Durch die Konkurrenz zwischen den beiden Giganten, können wir uns auf einige neue Features in der Zukunft gefasst machen. Wir stehen gerade mal am Anfang.

Zur Zeit bietet Google diese Suche seit dem 17. Februar als Beta für den englischsprachigen Raum an. Aber es wird nicht lange dauern, bis sie auch in anderen Sprachen verfügbar sein wird. (AE [14])