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Im Dschungel der Businessportale

Innerhalb der Landschaft der Businessportale werden die Karten neu gemischt. Neben LinkedIn im englischsprachigen Raum und Xing im deutschsprachigen, sind nun im Silicon Valley zwei neue Plattformen hinzugekommen. Das französische Portal Viadeo wagt den Schritt in die USA während Brachnout auf die virale Wirkung der eigenen Bekannten aus Facebook setzt und dieses als Ausgangsplattform nutzt.

Diese virale Wirkung von Branchout ist nicht zu unterschätzen. Schon in meinem persönlichen Fall bedeutet das, dass ich  17 Facebook-Freunde habe, die ebenfalls Branchout nutzen, dadurch 16.192 zweiten Grades Verbindungen und somit Kontaktpersonen bei 10.087 Firmen. Desweitern erfahre ich, dass ich 59 Kontakte zu Microsoft, 48 zu Google und 35 zu IBM habe, um nur die Top 3 aufzuzählen. Über die Suche nach einer bestimmten Firma, ist es auch möglich, sich die Kontakte zu dieser anzeigen zu lassen und sich sogar mit diesen über Banchout zu verbinden, ohne direkt auf Facebook mit ihnen befreundet zu sein.

Facebook ist begeistert – Mike del Ponte

Branchoutprofil Anika Erdmann

Branchoutprofil A. Erdmann

Mike del Ponte, PR Manager, Brannchout hat zu der Frage nach dem Unterschied zu herkömmlichen Plattformen eine einfache Antwort: „Stell dir vor, du kannst dich zwischen zwei Räumen entscheiden, in denen du Netzwerken willst. Im einen befinden sich 90 Menschen, im anderen 500. Welchen wählst du?“. Diese Zahlen beziehen sich auf die aktuellen Nutzerstatistiken von LinkedIn, welches in etwa 90 Millionen aktive Nutzer hat, im Vergleich zu Facebook, welches auf stattliche 500 Millionen kommt.  Demografisch kommen über 10% der Nutzer aus Europa. Das kommt vonsogenannten „super connects“, was in der Social Media equivalent die Influencer sind.

Die Nutzerzahlen sprechen ein übriges: hatte das Portal Weihnachten noch 10.000 Nutzer sind es bis heute schon 400.000. Außerdem gibt es derzeit 3 Millionen Jobausschreibungen in der Datenbank. „Facebook war begeistert von dieser Idee und unterstützt uns. Sie versprechen sich, dadurch viele neue Anzeigenkunden zu gewinnen.“

Social Proof

Badge von Branchout

Badge von Branchout

Bislang gibt es die Möglichkeit, zwei Personen aus seinem Freundeskreis zu vergleichen, indem eine simple Frage beantwortet wird. Das Ergebnis wird auf der Wall des „Siegers“ gepostet. War es anfangs möglich, beliebig viele Wallposts täglich zu erhalten, hat die Firma dieses nun auf maximal drei Einträge pro Tag eingeschränkt. Es wurde von zu vielen Nutzern als Spam angesehen. Desweitern kann, wie auf LinkedIn, eine Bewertung, das sogenannte„Endorsement“ zu einzelnen Freuden abgegeben werden. Als neues Feature hat Branchout nun sogenannte Badges eingeführt. Das ist eine Art von Zertifikat, dassden Mitgliedern meines Freundeskreises, Mitglied oder nicht, verliehen werden kann. Zur Zeit ist dieses noch als „Fun-Item“ gedacht, so der PR-Manager, aber es wird in die Statistik mit einfließen, die die zahlenden Recruiter später einmal einsehen können. Also wird die Qualität eines Einzelnen, über die positiven Antworten, Badges und Endorsements gesteuert.

Ein weiterer Vorteil von Branchout ist, dass ein bestehendes Profil von LinkedIn mit ein paar klicks importiert werden kann. Das lästige erneute Ausfüllen aller Positionen, Abschlüsse und Erfahrungen entfällt, anders als bei Viadeo, wo „bei  Null“ angefangen werden muss, da es eine Schnittstelle zu den anderen Portalen leider nicht gibt.

Wie reagieren die „echten Portale“ ?

Der nächste Schritt der Plattform Viadeo  ist  die Öffnung der API. Dieses soll den Entwicklern ermöglichen, schnell und ohne große Komplikationen eigene Applikationen zu entwickeln. Zur Zeit wird versucht, die API besonders nutzerfreundlich zu gestalten und den Entwicklern alle Informationen zu geben, die sie brauchen.

Ein zukünftiges Feature, noch in der Beta-Phase,  sind die „Social Ads“. Die Anzeigen auf Viadeo sollen intelligent werden und der Nutzer kann durch eine erfolgreiche Kampagne belohnt werden. Jeder startet mit der gleichen Anzahl von Anzeigen, die auf den Seiten  präsentiert werden. Wird diese Anzeige aber häufig angeklickt, wird sie auch häufiger gezeigt. Desweiteren ist sie jederzeit zu editieren, also auch während der Kampagnendauer. Stellt also der Nutzer fest, dass das momentane Layout, Bild oder Text nicht wirkungsvoll genug ist, ist dieses einfach abzuändern um eine andere Strategie auszuprobieren.

Ein weiteres neues beta-Feature sind die „Social News“. Dieses ist eine intelligente Applikation für einen zweiten Newsfeed, welcher Statusupdates und Nachrichten aus einem bestimmten, vorher definierten Themenkreis anzeigt. Ist der Nutzer beispielsweise ein Marketingexperte, kann er gezielt aus diesem Umfeld, von Teilnehmern, die das gleiche Themengebiet abdecken, deren Statusupdates empfangen. Dazu müssen die beiden nicht miteinander verbunden sein.

LinkedIn Today und neues aus dem Netzwerk

LinkedIn versucht derzeit etwas ähnliches mit LinkedIn Today. Dieses ist mit Paper.li zu vergleichen, was das Design und die Funktionalität angeht. Prinzipiell soll es eine professionelle Nachrichtenseite werden, welche dem Nutzer personalisierte News einmal am Tag präsentiert. Die Auswahl beruht dabei auf das, was das Netzwerk des einzelnen Nutzers teilt. Ob damit unterm Strich wirklich nur die relevanten und topaktuellenNachrichten präsentiert werden, bleibt abzuwarten.

Xing hat die Eingangsseite der Nutzer umgestellt. So ist es nun moeglich dort eine Statusanzeige zu setzen, wie es z.B. auf Facebook möglich ist.  Diese Funktion „Neues aus Ihrem Netzwerk“ bietet das an, was Facebook schon lange tut: Die Einsicht von Statursmeldungen der eigenen Kontakte, Bestätigungen von Eventteilnahmen, Gruppenbeitraege, Neuigkeiten und natürlich eine Kommentarfunktion. Auch ist es, wie aufFacebook, möglich,  Beiträge zu teilen und als „interessant“ zu kennzeichnen.

Sind alle Konkurrenten?

Konkurrenztechnisch gesehen, steht Branchout etwas außen vor, spricht es doch eine andere Zielgruppe an und geht desweitern das gesamte Netzwerken eher auf eine spielerische Art und Weise an.  Desweiteren musste es keine eigenen Plattform bilden sondern nutzen dasFacebook-Framework, ganz im Sinne des Gründers Mark Zuckerberg.

Aber gerade dieser ist nicht zu unterschätzen und mit seiner wachsenden Popularität werden die Karten, gerade für ein Portal wie Xing, das vergleichsweise über wenig internationale Nutzer verfügt, total neu gemischt. Hier ist eine ernstzunehmende Konkurrenz entstanden.

Schwierig  hat es auch Viadeo, welches sich gegen LinkedIn gerade  im englischsprachigen Raum behaupten muss. Noch haben die Märkte der beiden Plattformen wenig Überschneidungen, sind sie doch in verschiedenen Kulturkreisen erfolgreich und marktführend. (AE)

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Ein Kommentar zu “Im Dschungel der Businessportale – Teil 2”

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