Videomarketing

Eine ehemalige Videoproduzentin von Google, Carol Gancia-Ogawa, hielt einen interessanten Vortrag über Videokampagnen. Sie stellte die aus ihrer Sicht wichtigsten Tipps vor, wie eine entsprechende Kampagne zu einem Erfolg werden kann.

Inspiration ist alles

Das wichtigste sei es, eine inspirierende Geschichte zu schaffen, da diese einen positiven Dominoeffekt auf ihre Zuschauer hätten. Am wichtigsten sei hierbei, sich auf den Kern der Geschichte zu konzentrieren. Es geht nie darum viele Aussagen geschickt zu verpacken sondern vielmehr darum, sich auf eine einzige Botschaft zu konzentrieren. Ihrer Erfahrung nach, möchten die Zuschauer nicht mit Informationen überfrachtet werden, dieses würde sie nur verwirren. Die Aussage innerhalb von einem Video müsse simpel sein und einfach zu begreifen. Prinzipiell ist es wie schreiben, wenn auch komprimierter. Zunächst sollten die W-Fragen beantwortet werden:

  • Was soll verkauft werden?
  • Wer sind die Kunden?
  • Was ist der Nutzen des Produkts?
  • Warum gerade als Videobotschaft?

Nichts dem Zufall überlassen

Carol Gancia SVB

Carol Gancia

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das eigene Budget. Videokampagnen sind de facto nicht billig. Aber auf der anderen Seite mache sich ein professionell gestaltetes Video vielfach bezahlt und sollte nicht als Kostenfaktor sondern als eine Investition angesehen werden. Auch sei die Qualität und die Art des Videos preisabhängig, womit der Kunde praktisch wieder bei den Ausgangsfragen angekommen ist: Wie will er sich darstellen und wahrgenommen werden. Momentan erleben animierte Videos eine Art von Renaissance stellen aber auch gleichzeitig einen höheren Kostenfaktor dar, da sie komplexer in ihrer Herstellung sind. Ein billigeres Format wäre das der Dokumentation, da dort häufig Testimonials zu Wort kommen. Dieses Format lebt von seiner „Unprofessionalität“ und könne schnell mit semiprofessionellem Equipment wie einer Webcam, hergestellt werden. Die Auswahl und den Schnitt sollte dennoch dem Profi überlassen werden. Nichts sollte hier dem Zufall überlassen werden, auch hier muss der rote Faden und die Aussage deutlich zu erkennen sein.

Zufällig sollte auch nicht die Wahl des Produzenten sein. Hierbei geht es einerseits um Vertrauen und Sympathie von Kundenseite aus. Von der Seite des Produzenten aus gesehen geht es vielmehr darum, die Bedürfnisse des Kunden zu verstehen und auch was dieser schlussendlich erreichen will. Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Ein guter Produzent hat immer das Budget seines Kunden im Hinterkopf, versucht das bestmögliche Team zu engagieren, versteht die Bedürfnisse seines Kunden und liefert termingerecht. Leider gibt es noch immer viele „schwarze Schafe“ die sich eben nicht an die soeben genannten Kriterien halten. Dadurch ist die professionelle Videoproduktion in eine Art Misskredit geraten, da es leider viel zu viel schlecht gemacht und überteuerte Produktionen gibt. Der Produzent sollte der generelle Ansprechpartner für alle Belange, die des Teams und die des Kunden sein.

You are only as good as your last show – Carol Gancia

Doch auch als Produzent sei es wichtig Vertrauen zu bilden: in das Team, das zum großen Teil jedes Mal neu gebildet wird. In den seltensten Fällen würden immer die gleichen Menschen an verschiedenen Projekten zusammenarbeiten, da sie manchmal eben Experten auf einem anderen Gebiet sind und daher bei bestimmen Projekten weniger beitragen könnten. Am Ende von dem Prozess stehe auch eine vernünftige Online Marketingkampagne. Diese liegt wiederum nicht in der Hand des Produzenten oder Kunden, sondern in einem entsprechenden PR-Consultant, der ebenfalls mit der Materie vertraut ist. Fraglich ist hierbei immer, ob dieses im Ausgangsbudget bereits mit in begriffen war, oder ob es dafür weitere finanzielle Mittel gibt.

Bei der Marketingstrategie befinden wir uns wieder im Bereich der normalen Strategien, die für alle Online Kampagnen im Wesentlichen anzuwenden sind. Sie sollte Zielgruppenorientiert sein und die Kunden aktiv mit einbeziehen. Bei einem lokalen Produkt schade es hierbei auch nicht, auf die regionalen Radio und Fernsehsender zuzugehen. Das geht idealerweise von der Seite des Produzenten aus, der oftmals Kontakte an den entsprechenden Stellen hat.

… und Kaffee kochen kann es auch noch?!

Als praktisches Beispiel führte Frau Gancia eine Kampagne für einen ihrer Kunden an. Dieser hat eine Fernbediendung erfunden, die mit Hilfe von Gesten gesteuert wird. Als Erstes würde sie immer ein Brainstorming mit den Kunden durchführen um zu ergründen, was dieser wirklich will. Hierbei sei dieses aber nicht so einfach gewesen, der Kunde wollte zu viele Aussagen in der Videobotschaft verpacken und das Budget sei außerdem sehr klein gewesen. Da sie sich selber von dem Produkt begeistert lassen hat, nutzte sie ihre Kontakte um ein gutes Team zusammen zu stellen, die Aufnahmen fanden am Ende in ihrem eigenen Haus statt.

(AE)

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