Mobile, Camera & Social Media

Mobile, Camera & Social Media

Die Zeiten, in denen die hübschen Landschaftsfotografien, die netten Bilder vom Ausflug nach Barcelona oder von den süßen Kleinen beim Gartenpicknick in einem Fotoalbum in der Schublade verschwunden sind, scheinen eindeutig vorbei zu sein. Eine tolle technische Ausstattung mit den neuesten Kameras und Gimmicks ist heutzutage nicht mehr nur den Profis vorbehalten. Ein großer Anteil von Erwachsenen hortet seinen eigenen Schatz modernster Ausstattung in seinem Zuhause und holt die teure digitale Spiegelreflexkamera nicht nur bei besonderen Anlässen hervor, sondern fotografiert oft wöchentlich oder sogar täglich.

Sozialkontakte werden regelmäßig gepflegt

Regelmäßiger Besuch von Online-Communities

Regelmäßiger Besuch von Online-Communities

Die Studie „Rise of the Amateur“, durchgeführt von der PMA im Auftrag von 6Sight, deren Verwendung uns freundlicherweise seitens 6Sight Group Director Chad Munce genehmigt wurde, gibt einen detaillierten Einblick in Vorlieben und Eigenheiten der professionalisierten Hobbyfotografen.

Das vormals private Hobby wird inzwischen in einer Gemeinschaft gelebt, in der sich munter ausgetauscht und kommentiert wird. Schon seit Beginn des Zeitalters der digitalen Fotografie erfreuen sich Online-Portale rund um dieses Hobby größter Beliebtheit. Knapp 50% der Befragten gab an, mindestens einmal täglich solch ein Online-Portal zu besuchen um dort Rat zu bekommen oder eigene Fotos einzustellen oder Kommentare zu Fotos befreundeter Hobbyisten abzugeben. Täglich seinem Hobby zu frönen ist also für die Hälfte aller Fotografen Alltag. Genauso wie ein professioneller Fotograf, der sich tagtäglich mit der Kunst des Augenblicks beschäftigt, sind auch sie unermüdlich auf Suche nach Rat und Anerkennung seitens ihrer Online-Community. Von denen, die nicht täglich wollen oder können, sind weitere 35% mindestens einmal wöchentlich auf den einschlägigen Seiten aktiv.

Ein zeitintensives Hobby

Hier werden die Photos hochgeladen

Hier werden die Photos hochgeladen

Damit verbringt mehr als die Hälfte der Hobbyfotografen bis zu 2 Stunden pro Woche auf Seiten wie Flickr, JPG oder ähnlichen; ein Drittel schafft es, dafür bis zu 5 Stunden pro Woche aufzuwenden. Meistens geht es dann um das Uploaden von eigenen Fotos. In dieser Disziplin haben die Seiten Flickr.com, Facebook.com und DPReview.com eindeutig die Nase vorn, 50% der Hobbyfotografen stellen jeweils auf Flickr oder Facebook ihre Fotos online, immer noch 38% vertrauen auch auf DPReview. Wenn es um die Anzahl der Fotos geht, hat aber eindeutig Flickr die Nase vorn. Über 30% der Befragten gaben an, die meisten Fotos bei Flickr zu posten, weit vor Facebook, wo 14% der Befragten ihre meisten Fotos uploaden. Eine erstaunliche Entwicklung für eine Plattform, bei der das Hochladen von eigenen Fotos während den Anfängen im Jahr 2002 nur ein Aspekt eines Online-Spiels war. Es kam so gut an, dass man sich fortan nur noch auf die wachsende Online-Bibliothek konzentrierte. Der Erfolg spricht für sich, 2005 kauft Yahoo das Portal auf.

Und Geld bezahlt man dafür auch

Im Durchschnitt gibt die Hälfte aller Nutzer sogar Geld dafür aus, dass sie ihre digitalen Kunstwerke online ausstellen dürfen. Etwa 20% planen dafür jährlich bis zu 50,00 $ ein, weitere 20% sogar bis zu 200,00 $. Die Zufriedenheit mit den angebotenen Services der Online-Communities ist durchweg gut, nur etwa 15% der Nutzer sind mit dem Angebot nicht zufrieden.

Erfahrungen beim Anschauen von Fotos auf dem Großbildfernseher

Erfahrungen beim Anschauen von Fotos auf dem Großbildfernseher

Für einige eine Enttäuschung

Auf dem gleichen Level bewegt sich die Unzufriedenheit bei den Nutzern, wenn es um das Anschauen ihrer Fotos auf großen Fernsehbildschirmen geht. Befragt wurden hier nur Personen, die mindestens einen Fernseher mit einer Bildschirmdiagonale von 107 cm ihr Eigen nennen. Die Hälfte dieser Hobbyfotografen schaut sich zumindest manchmal ihre Fotos auf dem Fernsehbildschirm an, 15% der Befragten sind allerdings von dieser Erfahrung nicht begeistert, die Qualität der Bilder schlechter als erwartet. Auf der anderen Seite stehen den enttäuschten Nutzern auch 25% der Befragten gegenüber, die von der Qualität der Bildschirmdarstellung positiv überrascht sind und weiterhin auf ihren Fernseher als Darstellungsmedium vertrauen.

Eine neue Art der Zusammenkunft

Zusammenfassend zeigt die Studie sehr anschaulich, wie die Online-Communities die Hobbyfotografie für viele Anhänger verändert hat. Persönliche Highlights, das eine atemberaubende Bild, welches nach endlosen Shots zustande gekommen ist, wird mit wildfremden Menschen geteilt und fungiert als Brücke zu einer neuen Art der Verbundenheit und Bestätigung im Netz. So gibt die Hälfte der Befragten an, dass sie innerhalb der Online-Portale am meisten die Leidenschaft der anderen Nutzer für Fotografie schätzen und über zwei Drittel sind der Meinung, dass allein die Teilhabe in solchen Portalen sie zu einem besseren Fotografen gemacht hat.

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4 Kommentare zu “Die öffentliche Kunst des Augenblicks”

Jörg

Wer ist gina?

Ramin

Ich finde das toll. Ich glaube man kann getrost behaupten, dass heute viel mehr Menschen Zugang zu schöner Fotografie finden als jemals zuvor :-)

Gina

Hallo Jörg,

ich bin neu zum Autorenteam des SilliconValley Blogs dazugestoßen. Zu gegebener Zeit wird es auch über mich ein paar Informationen unter “Die Autoren” geben.

terra

In Zeiten wo die Ikonen des Social Media wie Scott Monty, Frank Eliason, Guy Kawasaki oder Jeffrey Hayzlett überall präsent sind, ist es doch eine Wohltat nicht immer zu wissen, wer ein Autor ist, oder

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