Do not track me

Do not track me

Der US Gesetzentwurf „Do not track me online“ beschäftigt sich mit einem Henne –Ei Problem. Zuerst muss klar sein, was „tracking“ bedeutet und dann sollte eine Methode entwickelt werden, um Unternehmen und Webseitenbetreiber davon abzuhalten, selbiges mit einem zu tun. Aber muss erst erfolgreich getrackt werden, damit es verhindert werden sollte? Oder sollte ich von vorneherein nicht trackbar sein?

Egal wo der Nutzer heutzutage online geht, hinterlässt er eine Datenspur. Kaum eine Webseite hat nicht entsprechende Scripts, Cookies, etc. implementiert, mit denen die Nutzer beobachtet werden. Auf Seiten wie Facebook, YouTube und Google, um einige zu nennen, wird sogar das eigene Nutzerverhalten beobachtet.

Der CDT definiert Tracking wie folgt:

Tracking is the collection and correlation of data about the web-based activities of a particular user, computer, or device across non-commonly branded websites, for any purpose other than specifically excepted third-party ad reporting practices, narrowly scoped fraud prevention, or compliance with law enforcement requests.

Einer der größten Sorgen den viele Nutzer der Social Media Plattformen miteinander teilen ist, dass sie sich nicht sicher sein können, wer etwas mitlesen kann und inwieweit die eigenen Daten geschützt sind. Soziale Netzwerke wie Google oder Facebook sind in der Vergangenheit oftmals für ihren Umgang mit den Nutzerdaten kritisiert worden.

Von daher ist die eigene Privatsphäre im Internet immer wieder Gegenstand von politischen Debatten. Das Tracken ist inzwischen nicht nur auf Webseiten beschränkt, auch die Smartphones eröffnen mit GPS weitere Möglichkeiten. Dieses Geolocation basierte tracking hat nun in den USA dazu geführt, dass die Abgeortnete Jackie Speier von den kalifornischen Demokraten, einen Gesetzesentwurf eingereicht hat:

Do Not track Me Online Act

Dieses Gesetz würde die Federal Trade Commission dazu bemächtigen, gegen Online Agenturen offiziell vorzugehen, wenn diese gegen den Wunsch des Nutzers verstoßen, nicht getrackt zu werden. Zu Anwendung gebracht würde das Gesetz hauptsächlich Firmen betreffen, die sich primär auf das Sammeln und Analysieren der Benutzerdaten spezialisiert hat. Aber es gibt auch Schlupflöcher für andere Unternehmen, die die Daten zur internen Verarbeitung nutzen.

„Consumers have a right to determine what if any of their information is shared with big corporations and the federal government must have the authority and tools to enforce reasonable protections“ –  Jackie Speier (D-CA).

Allerdings sollen hierbei laut der FTC einige Vorraussetzungen gelten, wie sie bereits im Dezember anmerkten. Hierbei geht es um mehr Transparenz zwischen den Unternehmen, wie diese ihre Kundeninformationen erhalten und die uneingeschränkte Möglichkeit des Kunden, sich jeder Zeit dem tracken verweigern zu können.

Bereits im Dezember hatte die FTC die Suchmaschinen angewiesen, entsprechende Browsereinstellungen zu ermöglichen. Mit ihren neuesten Updates bieten Google, Bing und Microsoft entsprechende Einstellungen an, intern und als Browser Add Ons.

Prinzipiell richtet sich der Gesetzentwurf direkt an Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, das Verhalten von einzelnen Personen zu erforschen. Oftmals geschieht das ohne deren Wissen, durch die Scripte und Cookies, und im Anschluss wir dem Nutzer dann speziell auf sein Surfverhalten und Interessen, entsprechende Werbung angezeigt, dessen Schalten teurer als die der Normalen ist.

Die bereits oben gennannten Schlupflöcher sind nötig, da ansonsten ein jeder Webseitenbetreiber, der mehr als 15.000 Besucher pro Jahr zählt, eine entsprechende Strafe erhalten würde. Selbst dann, wenn er sich nur auf die Basisanalysen wie IP-Adresse, Webbrowser und Betriebssystem beschränkt.

Dummerweise schränkt das Gesetz nicht Webseiten wie Facebook ein, welches der Führer unter den Verkäufern personenbezogenen Anzeigen ist. Der Grund dafür ist, dass die Firma anhand der Daten seiner Nutzer alle notwendigen Informationen bekommt; eben genau die, die jeder Einzelne einträgt und somit mitteilen mag, anders als Google, dass mit seinen Double Click Ad System, den Menschen durch das ganze Netz folgt. (AE)

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2 Kommentare zu “Verfolgen Verboten!”

t3n.de/socialnews

Verfolgen Verboten! – Tracking mit Cookies in den USA…

Der US Gesetzentwurf „Do not track me online“ beschäftigt sich mit einem Henne –Ei Problem. Zuerst muss klar sein, was „tracking“ bedeutet und dann sollte eine Methode entwickelt werden, um Unternehmen und Webseitenbetreiber davon abzuhalten, selbiges …

Markus

Sicher ist im Bereich Datenschutz mehr Tranzparenz von Nöten. Dem Benutzer sollte klipp und klar kommuniziert werden, welche seiner Daten zu welchem Zweck verwendet werden. Die entsprechende Medienkompetenz vorrausgesetzt, kann er dann entscheiden, ob er ein Webangebot nutzt oder nicht. Eine Regulierung per Gesetz erscheint jedoch nur dann sinnvoll, wenn sowohl der Gesetzgeber als auch die Judikative über eine außerordentliche Medienkompetenz verfügen. Das kann man annehmen oder auch nicht…

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