Suchmaschinen 2011

Suchmaschinen 2011

Nach einem Jahr, in dem es für die Profis bei der Suchmaschinenoptimierung immer schwieriger wurde, hat seinem Ärger kein geringerer als Search Engine Guru Danny Sullivan Luft gemacht und genau aufgezählt, warum dieses Jahr das erste in der Geschichte in diesem Bereich des Internetmarketings war, in dem es schwieriger wurde, einen guten Job zu machen.

Only Google really knew what Google knew. – Danny Sullivan

Mediengigant Google ist den SEO’s ein besonders großer Dorn im Auge, denn nach und nach wurden immer mehr Optionen für das Sammeln von Daten wie Links und Suchwörtern abgeschafft oder in ihrer Funktionalität eingeschränkt. War zum Beispiel eine Linkanalyse bei Google nie völlig transparent machbar, da Google nur den Seiteninhabern die kompletten Infos zu Zugriffen und Anchor Texten zur Verfügung stellte, bot Yahoo vor der Fusion mit Bing diese Linkanalyse jedem Nutzer an. Über den Yahoo Site Explorer konnte man noch bis 2011 herausfinden, wie Nutzer Backlinks einsetzen. Ende November 2011 war Schluss damit und obwohl von Yahoo offiziell angekündigt wurde, dieses Feature in die Bing Webmaster Tools einzubetten, passierte dieses de facto nie.

Nachdem Yahoo mit Microsoft nun einen übermächtigen Partner an der Seite hat, sind sie nicht mehr darauf angewiesen, mit Google um Nutzer zu konkurrieren und genau dieses lastet nun schwer auf all den Nutzern, die von der Konkurrenz zwischen Google und Yahoo profitiert haben.

Links are effectively the social connections that Google measures between pages. If social connections should be shared with the world, then Google should be sharing link connections too. – Danny Sullivan

Aber es kam noch ein Stück härter, denn nach dem vollständigen Cutting bei der Linkanalyse ging es auch dem Link Command an den Kragen. Dieser geht zurück bis in die frühen 90er Jahre und erlaubt es einem Nutzer, zu erfahren, Links zu finden, die auf die eingegebene URL verlinken. Sowohl bei Google als auch bei Yahoo kann dieses Feature derzeit noch genutzt werden, allerdings werden nur ein Bruchteil der tatsächlich existierenden Treffer angezeigt und es ist quasi völlig nutzlos geworden. Das Ganze ist ärgerlich, aber zu verschmerzen, denn dank unabhängigen Seiten wie Majestic Site Explorer oder SEOmoz’s Open Site Explorer lässt sich ohne Probleme herausfinden, wieviele Links wirklich existieren. Erst dann wird einem bewusst, welcher Willkür man bei Google und Yahoo ausgesetzt ist. Schwierig ist außerdem, dass auch die freien Betreiber keine genauen Daten über die genaue Zählung der Links haben und ihre Berechnungen auf Schätzungen basieren. All das wäre nicht nötig, würden die zwei Großen ihre Nutzer nicht zu Drittbetreibern schicken, um ihre eigenen Daten zu verstehen und zu analysieren. Interessant ist, dass es eben auch anders geht. Die Blekko Suchmaschine zum Beispiel erlaubt es jedem Nutzer aufgezeichnete Backlinks anzusehen und lässt einen damit sogar, mit einem eigens applizierten Batch auf der eigenen Homepage, die eigenen Nutzer an den Statistiken teilhaben. Lange ist es her, dass Yahoo Yahoo seinen Nutzern so etwas angeboten hat.

Fragwürdig ist ebenso Googles Policy bei dem Keyword Referrer, der im Oktober 2011 abgeschaltet wurde. Offiziell aus Datenschutzgründen verweigert Google die Herausgabe von Stichwörtern, die Nutzer eingeben und damit zu einer Homepage gelangen. Was sich erst einmal plausibel anhört, wird zu einer Farce, wenn man weiß, dass diese Daten immer noch über den hauseigenen Chrome Browser verfügbar sind und außerdem allen Nutzern offenstehen, die bei Google Werbeverträge haben. Sollte es also wirklich um Datenschutz gehen, wäre es nur konsequent, diese Daten vollständig unter Verschluss zu halten und sie nicht nur bestimmten Nutzergruppen zur Verfügung zu stellen.

Natürlich gibt es zahllose Rufe nach Verbesserungen der Publisher und SEOs weltweit, denn ihre Arbeitssituation hat sich zum ersten Mal in der Geschichte des Internetmarketings wirklich merklich verschlechtert. Nach vielen Jahren, in denen immer mehr Tools für hilfreiche Analysen von den Search Engines angeboten wurden, schlagen die Machtverhältnisse um Google & Co. nun eine andere Richtung ein. Die einzige Chance, die Goliaths im Internet spüren zu lassen, wie unzufrieden man mit ihnen ist, ist ihnen die Nahrungszufuhr abzuschneiden. Nur durch einen Einbruch im Dateninput lassen sich die Großen vielleicht zum Umdenken bewegen, denn ohne fleißige Nutzer landet sogar Google auf dem Abstellgleis.

Comscore veröffentlichte erst vor kurzen aktuelle Marktanteile für Suchmaschinen, bei den Bing erstmals auf Platz 2 vor Yahoo sich platzieren konnte.  Allerdings sind die – gemeinsamen Anteile von Bing & Yahoo relativ stabil. Weltweit verliert Google eher gegen Baidu, was eher am wachsenden chinesischen Markt liegt. Bleibt aber weiter unangefochten Marktführer.

Der vollständige Artikel kann bei SearchEngineLand abgerufen wurden. Mit freundlicher Genehmigung von Danny Sullivan.

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Ein Kommentar zu “Es geht nicht immer nur vorwärts – Google und Bing im Kampf mit den SEO’s”

t3n.de/socialnews

Es geht nicht immer nur vorwärts – Google und Bing im Kampf mi…

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